aktualisiert am 20-Nov-2008
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Vernetzen und ermutigen

Als die Rechtsextremisten im September in Jena aufgrund der zu erwartenden Proteste in Jena die Segel strichen und nach Altenburg auswichen, um dort ungestört ihr sogenanntes "Fest der Völker" ausrichten zu können, da zahlte Vernetzung sich aus. Denn erstmals kamen Bürgerbündnisse aus anderen Städten der Zivilgesellschaft in Altenburg zu Hilfe und ließen diese mit ihrem Protest gegen die Nazis nicht alleine. Eine Zusammenarbeit, die nun möglicherweise weiter ausgebaut werden könnte. Denn erstmals wird am kommenden Samstag zu einem Treffen der Thüringer Bürgerbündnisse gegen Rechtsextremismus in das Weimarer Jugend- und Kulturzentrum "mon ami" eingeladen.

100 Teilnehmer aus insgesamt 18 Bürgerbündnissen werden erwartet, sagte Katja Fiebiger vom Mobilen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus in Thüringen (Mobit), das gemeinsam mit dem Weimarer Bürgerbündnis, der DGB-Jugend und der Heinrich-Böll-, Friedrich-Ebert- sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung unter dem Motto "Austauschen.Vernetzen.Ermutigen" eingeladen hat. Um den Austausch zwischen den Teilnehmern, die aus allen Teilen Thüringens anreisen werden, zu ermöglichen, soll eine Kaffeehaus-Atmosphäre einziehen. Im "World Café" kann an einzelnen thematischen Tischen Wissen ausgetauscht werden. Vor allem interessant: Welche Strategien gegen Rechtsextremismus haben funktioniert, welche nicht. Doch auch praktische Themen wurden gewählt: Ziviler Ungehorsam und Pressearbeit stehen bei der Arbeit gegen Rechts auf der Tagesordnung. An einem anderen Tisch soll es darum gehen, welcher Weg aus der "Reaktionsfalle" herausführen könnte. "Wir wollen auch agieren, anstatt immer nur zu reagieren", sagte Christine Schild vom Weimarer Bürgerbündnis.

Uwe Schubert von Mobit - der in einem der zwei Einführungsreferate auf das kommende "Superwahljahr 2009" eingehen wird - hofft, mit dieser Veranstaltung auch ein klares Signal für Thüringen zu setzen. "Viele Bürgerbündnisse haben viel Gegenwind in ihren Kommunen. Bei dieser Tagung geht es darum, sie zu stärken", sagt er.

Die einladenden Organisationen bekräftigten an dieser Stelle auch noch einmal die Forderung, dass sich das Land Thüringen nicht aus seiner Verantwortung zurückziehen könne. Sandro Witt von der DGB-Jugend machte einen praktischen Vorschlag: Ein Koordinator in der Staatskanzlei könne die Arbeit gegen den Rechtsextremismus koordinieren.

Treffen der Thüringer Bürgerbündnisse, Samstag, 10 - 17 Uhr, Kulturzentrum "mon ami", Weimar

 
Thüringische Landeszeitung vom 19.11.2008