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Als die Rechtsextremisten im September in Jena aufgrund
der zu erwartenden Proteste in Jena die Segel strichen und nach
Altenburg auswichen, um dort ungestört ihr sogenanntes "Fest
der Völker" ausrichten zu können, da zahlte Vernetzung
sich aus. Denn erstmals kamen Bürgerbündnisse aus anderen
Städten der Zivilgesellschaft in Altenburg zu Hilfe und ließen
diese mit ihrem Protest gegen die Nazis nicht alleine. Eine Zusammenarbeit,
die nun möglicherweise weiter ausgebaut werden könnte.
Denn erstmals wird am kommenden Samstag zu einem Treffen der Thüringer
Bürgerbündnisse gegen Rechtsextremismus in das Weimarer
Jugend- und Kulturzentrum "mon ami" eingeladen.
100 Teilnehmer aus insgesamt 18 Bürgerbündnissen
werden erwartet, sagte Katja Fiebiger vom Mobilen Beratungsteam
gegen Rechtsextremismus in Thüringen (Mobit), das gemeinsam
mit dem Weimarer Bürgerbündnis, der DGB-Jugend und der
Heinrich-Böll-, Friedrich-Ebert- sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung
unter dem Motto "Austauschen.Vernetzen.Ermutigen" eingeladen
hat. Um den Austausch zwischen den Teilnehmern, die aus allen Teilen
Thüringens anreisen werden, zu ermöglichen, soll eine
Kaffeehaus-Atmosphäre einziehen. Im "World Café"
kann an einzelnen thematischen Tischen Wissen ausgetauscht werden.
Vor allem interessant: Welche Strategien gegen Rechtsextremismus
haben funktioniert, welche nicht. Doch auch praktische Themen wurden
gewählt: Ziviler Ungehorsam und Pressearbeit stehen bei der
Arbeit gegen Rechts auf der Tagesordnung. An einem anderen Tisch
soll es darum gehen, welcher Weg aus der "Reaktionsfalle"
herausführen könnte. "Wir wollen auch agieren, anstatt
immer nur zu reagieren", sagte Christine Schild vom Weimarer
Bürgerbündnis.
Uwe Schubert von Mobit - der in einem der zwei Einführungsreferate
auf das kommende "Superwahljahr 2009" eingehen wird -
hofft, mit dieser Veranstaltung auch ein klares Signal für
Thüringen zu setzen. "Viele Bürgerbündnisse
haben viel Gegenwind in ihren Kommunen. Bei dieser Tagung geht es
darum, sie zu stärken", sagt er.
Die einladenden Organisationen bekräftigten
an dieser Stelle auch noch einmal die Forderung, dass sich das Land
Thüringen nicht aus seiner Verantwortung zurückziehen
könne. Sandro Witt von der DGB-Jugend machte einen praktischen
Vorschlag: Ein Koordinator in der Staatskanzlei könne die Arbeit
gegen den Rechtsextremismus koordinieren.
Treffen
der Thüringer Bürgerbündnisse, Samstag, 10 - 17 Uhr,
Kulturzentrum "mon ami", Weimar
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