| Der Staatssekretär
im Bundesfamilienministerium, Gerd Hoofe, hat am 31.01.2007 einen Brief an die
Obersten Landesjugendbehörden versandt. Darin enthalten ist ein Entwurf für
ein neues 5-Millionen-Programm unter dem Titel: "Förderung von Beratungsnetzwerken
- gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus". Wenn
das Programm in dieser Fassung umgesetzt wird, bedeutet es die Einstellung von
MOBIT zum 30.06.2007. Nachfolgend veröffentlichen wir unsere Sichtweise zu
dieser Programmfassung in Form eines Thesenpapiers: |
Im
Rahmen der heutigen Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik und der Politisch
motivierten Kriminalität in Thüringen für das Jahr 2006 durch Innenminister
Dr. Karl-Heinz Gasser wurde auch die Zahl der rechtsextremen Straftaten genannt.
Zwar hat sich die Anzahl der Delikte geringfügig um 1,5% auf 611 Straftaten
verringert, verbleibt aber dennoch auf einem konstant hohen Niveau. Der größte
Anteil der registrierten Straftaten aus dem rechtsextremen Milieu, nahezu zwei
Drittel (63,3%), wurden als Propagandadelikte begangen. Gewaltdelikte hingegen,
machen "nur" 9 % der rechtsmotivierten Kriminalität aus. Das Phänomen
Rechtsextremismus ist jedoch zunehmend nicht mehr durch kriminelle Handlungen
zu fassen. "Ein Großteil der rechten Publikationen, wie etwa die Schulhof
CD der NPD, sind durch deren eigene Juristen geprüft und oft nicht justiziabel"
weiß Stefan Heerdegen, Berater bei der Mobilen Beratung in Thüringen
(MOBIT). Oft ist auf gesetzlichem Wege den in den letzten Monaten vermehrt zu
verzeichnenden Aktivitäten, wie NPD-Infoständen, Kundgebungen, Publikationen
und Konzerten, nicht mehr zu begegnen. Rechtsextremisten haben inzwischen gelernt,
die gesetzlichen Bestimmungen für sich zu nutzen. "So ist also davon
auszugehen, dass die Bekämpfung des Rechtsextremismus, gerade außerhalb
der messbaren Kriminalitätsstatistiken, weiterhin eine gesamtgesellschaftliche
Aufgabe bleibt." so Stefan Heerdegen. |