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mitteilungen - artikel
Titelverleihung in Zella-Mehlis - Zwei Bürgermeister und ein Sportler machen sich als Schirmherren stark für die Unterstützung einer "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage
Die Lutherschule (Staatliche Regelschule) in Zella-Mehlis ist in Thüringen die 10. und bundesweit die 366. Schule, die den Titel SOR-SMC trägt
18.07.2007
 

Es war im letzten Jahr ein Novembertag, als sich die Schülerinnen und Schüler zunächst einmal mit der Idee des Projektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" vertraut machten.
Nach dem Entschluss, den Titel zu erwerben, gründete die Schülerschaft eine Kerngruppe, sammelte die erforderliche Anzahl von Unterschriften und initiierte eine Reihe von Projektaktivitäten. Neben Projekttagen zum Themenfeld Rassismus wurde im Gespräch besonders eine Ausstellung mit dem Thema "Jüdisches Leben nach 1945" als sehr interessant hervorgehoben.
Heute, nach etwas mehr als sieben Monaten, war es endlich soweit. Der Titel "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" wurde im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung verliehen.
Das Fest war eine sehr gelungene Mischung aus Musik, Theaterinszenierungen und Redebeiträgen. Die Schulleiterin machte in ihrer Ansprache deutlich, dass Jugendliche nicht erst warten müssten, bis sich die Erwachsenenwelt mit der Präsenz von Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzen. Dies geschehe ohnehin eher zögerlich und somit müssten die jungen Menschen den Älteren ein Vorbild sein. Dennoch: Aktionismus sei fehl am Platz - den Gedanken leben - darum gehe es.

Im Hinblick auf die Agitationsstrategien der Rechtsextremen mahnte Herr Panse, der Bürgermeister von Zella-Mehlis, die Schülerschaft, sich nicht vereinnahmen zu lassen und nicht auf ihre dumpfen Parolen herein zu fallen.

Die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) ist Landeskoordinator des bundesweiten Projektes SOR-SMC. Nach der Übergabe der Urkunde betonte Frau Pawelskus (Beraterin) "dass es sehr erfreulich war zu hören, der Bürgermeister leiste gern einen finanziellen Beitrag zur Weiterführung des Projektes. Die SchülerInnen sollten ihn beim Wort nehmen, denn eine derartige tatkräftige Unterstützung ist nicht selbstverständlich." Wenngleich der Wintersportler Sebastian Haseney an diesem Tag aufgrund der Teilnahme an einem Trainingslager nicht an der Titelverleihung teilnehmen konnte, so fand der Oberbürgermeister von Oberhof, Herr Schulz anerkennende Worte für die erbrachte Leistung.

Wie wird man eine SOR-SMC?
Mindestens 70 Prozent aller am Schulbetrieb Beteiligten müssen schriftlich bekunden, dass sie sich gegen Gewalt und diskriminierende Handlungen wenden und aktiv an Projekten gegen Rassismus und Ausgrenzung mitwirken wollen. Einmal pro Jahr muss ein Bericht über die Aktivitäten abgeliefert werden. Zudem müssen die Schüler einen Paten für das Projekt gewinnen, der hilft, ihr Engagement öffentlich zu machen.