| Nach einem mehr als einjährigem
Prozess des Titelerwerbs "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage"
war es am gestrigen Donnerstag nun endlich soweit. Die Staatliche Berufsbildende
Schule für Gesundheit und Soziales (SBBS) in Jena darf sich seit gestern
nun offiziell so betiteln. In der einleitenden Ansprache
zur feierlichen Titelverleihung erinnerte die Schulleiterin daran, welch langen
Atem es benötigte, um die Unterschriftensammlung zu vollenden. Denn die SchülerInnen,
die damals die Initiative für dieses Projekt ergriffen, waren Abschlusskandidaten
und somit aufgefordert, die Idee und den Inhalt von "Schule ohne Rassismus-Schule
mit Courage" an die neue Schülerschaft weiterzutragen. Dass
diese Herausforderung hinsichtlich des Generationenwechsels gemeistert worden
ist, ist auch ein Beweis für das kontinuierliche Engagement der Schülerschaft
im Umgang mit verschiedenen Diskriminierungsformen. Hier finden nicht nur mehrtägige
Workshops zum Thema Rassismus statt, sondern hier ist auch eine Ausstellung zum
Thema Antisemitismus zu sehen. Die Mobile Beratung
in Thüringen (MOBIT) ist Landeskoordinator des bundesweiten Projektes SOR-SMC.
In der Ansprache zur Übergabe der Urkunde machte Petra Pawelskus noch einmal
deutlich "dass der Entschluss der SchülerInnen bei verbalen und nonverbalen
diskriminierenden Übergriffen nicht wegzusehen, sondern hinzuschauen und
zu handeln, Respekt, Anerkennung und Würdigung verdient hat. Denn in unserer
Gesellschaft werden diese Phänomene noch zu häufig bagatellisiert und
ignoriert. Um so eindrucksvoller ist es, wenn sich diese Schule mit rund 1000
SchülerInnen für eine gewaltfreie, kreative und inhaltlich argumentative
Auseinandersetzung mit Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit entschieden
hat." Nicht nur der Bürgermeister der Stadt
Jena, sondern auch der Schirmherr Prof. Dr. Figulla brachte seinen Respekt zum
Ausdruck und versicherte seine Unterstützung im Rahmen der Patenschaft. Die
feierliche Veranstaltung ist neben anderen Wortbeiträgen auch durch die musikalischen
und literarischen Beiträge der SchülerInnen als sehr gelungen zu bezeichnen. Wie
wird man eine SOR-SMC? Mindestens 70 Prozent aller am Schulbetrieb Beteiligten
müssen schriftlich bekunden, dass sie sich gegen Gewalt und diskriminierende
Handlungen wenden und aktiv an Projekten gegen Rassismus und Ausgrenzung mitwirken
wollen. Einmal pro Jahr muss ein Bericht über die Aktivitäten abgeliefert
werden. Zudem müssen die Schüler einen Paten für das Projekt gewinnen,
der hilft, ihr Engagement öffentlich zu machen. |