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Auch in Thüringen haben die Äußerungen des ehemaligen
Bundesregierungssprechers Uwe-Kasten Heye zu einer Auseinandersetzung mit rechtsextremen
Straftaten geführt. Vor allem wurde diskutiert, ob es in Thüringen sogenannte
"no-go-areas" gibt. Matthias Müller
von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT) äussert sich wie folgt
dazu: "Es gibt auch in Thüringen Orte und
Plätze, in denen Nicht-Deutsche, Menschen mit Migrationshintergrund, Asylbewerber
oder alternativ gekleidete Jugendliche Angst haben. Dabei geht es nicht immer
um die Angst zusammengeschlagen zu werden. Im Vorfeld gebe es bereits ein breites
Spektrum von alltäglichen Beleidigungen und Niederträchtigkeiten wie
Blicke, Beschimpfungen und Ausgrenzungen. Die Angst dieser Menschen ist real,
muss ernst genommen und ausgesprochen werden." "Obwohl
es diese Angsträume aus Sicht der potentiellen Opfer gibt, ist der Begriff
"no-go-areas" problematisch. Denn er suggeriere, dass es in allen anderen
Gebieten für diese Menschen sicher sei. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn
es kann überall zu verbalen oder körperlichen Angriffen kommen, wenn
rassistisch eingestellte Menschen auf potentielle Opfer treffen." "Solange
wir nicht offen über diese Angsträume sprechen, werden wir sie nicht
überwinden. Zu oft wird die Bedrohung durch den Rechtsextremismus klein geredet,
um einen Imageschaden zu verhindern. Gleichgültigkeit fördert die Dominanz
der Rechtsextremen in Städten und Kommunen Thüringens. Um die potentiellen
Opfer zu schützen, können alle Menschen etwas tun, indem sie beispielsweise
rassistischen Äußerungen widersprechen, sich einmischen anstatt wegzuhören
und wegzusehen. Auch sollten Politik, Polizei, Behörden und Zivilgesellschaft
sich für ein Klima der Anerkennung einsetzen, in dem Minderheiten nicht als
Fremde stigmatisiert und ausgegrenzt werden." |