| Der NPD ist
es in Mecklenburg-Vorpommern gelungen, mit über 7 Prozent der Wählerstimmen
in den Schweriner Landtag einzuziehen. Was viele Wahlforscher und deren Umfragen
vorausgesagt haben, ist leider wahr geworden. Es war somit kein Überraschungseffekt,
sondern es hat sich schon länger abgezeichnet, dass es ein extrem rechtes
Wählerpotential gibt. Matthias Müller von der Mobilen Beratung in
Thüringen (MOBIT) sieht eine ähnliche gefährliche Entwicklung in
Thüringen. Die NPD hat bei der Bundestagswahl 2005 in Thüringen
mit 3,7 % ihr zweitbestes Landesergebnis erreicht, noch vor Mecklenburg-Vorpommern.
Damit hat sie ihre absoluten Wählerstimmen im Vergleich zu der 15 Monaten
davor stattgefundenen Landtagswahl um 337 Prozent gesteigert. Auch die jährliche
Studie zu den politischen Einstellungen in Thüringen, der Thüringen-Monitor,
bescheinigt 22% der wahlberechtigten Menschen in Thüringen ein recht geschlossenes
rechtsextremes Weltbild. Wir dürfen uns auch in Thüringen
nicht länger Sand in die Augen streuen und das rechtsextreme Problem klein
reden. Vielmehr sollten nicht-staatliche, staatliche und zivilgesellschaftliche
Akteure an einem Strang ziehen. Der jetzt nach der Wahl geäußerte Alarmismus
sollte länger anhalten und sich in konkreten politischen Entscheidungen wieder
finden. Der MOBIT e.V. und die anderen Träger der ostdeutschen Mobilen Beratungsteams
und Opferberatungsstellen müssen dagegen zum Ende des Jahres ihren Angestellten
kündigen. Das ist doch irgendwie schizophren, so Müller weiter. |