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mitteilungen - artikel
NS Liedgut beim Landesparteitag der NPD in Fröbitz - die NPD gibt sich immer offener Neonazistisch
 
18.12.2007

Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde auf dem Landesparteitag der NPD in Fröbitz bei Bad Blankenburg am 8. Dezember 2007 eindeutig nationalsozialistisches Liedgut gesungen.
Am Ende des Parteitages, zu dem neben Frank Schwerdt (Bundesvorstand und Landesvorsitzender) auch Udo Voigt (Parteivorsitzender), sowie Peter Marx (Generalsekretär und stellvertr. Bundesvorsitzender) angereist waren, sang der "nationale Liedermacher" Jörg Hähnel das Lied "Ein junges Volk steht auf" (1). Dieses Lied aus der Feder des damaligen Hitlerjugend-Gebietsleiters für Mecklenburg Werner Altendorf eröffnete das offizielle HJ Liederbuch.
Dr. Thomas Phleps, Professor am Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen, schrieb in dem 2000 erschienenen Aufsatz "Aufarbeitung der 'Musikerziehung' in NS-Deutschland" (2), dass an dem Altendorfschen HJ-Lied "grundlegende Aspekte der Gemeinschaftsideologie und ihrer Funktion in den Zurichtungsorganisationen der 'Partei'" beispielhaft aufgezeigt werden könne.
"Nicht zum ersten Mal erklingt dieses Lied der Hitlerjugend bei NPD Veranstaltungen, sodass Fröbitz nicht als ‚Ausrutscher' bezeichnet werden kann." meint Stefan Heerdegen von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT). So beschloss man auch schon Anfang Dezember in Berlin eine NPD Demonstration im Beisein von Udo Voigt mit besagtem Lied.
Besonders dreist erscheint diese Praxis der Rechtsextremen, wenn man bedenkt, dass "Ein junges Volk steht auf" in Broschüren zweier Landesverfassungsschutzämter (Berlin/Brandenburg und Sachsen-Anhalt (3)) als nach § 86a StGB verbotenes Liedgut geführt wird. Die beiden Publikationen charakterisieren das Lied als "sonstiges Liedgut der Hitlerjugend", welches mit der nationalsozialistischen Ideologie eng verknüpft sei. Grundlage dieser Einschätzung ist ein Urteil des Oberlandesgerichts Oldenburg aus dem Jahr 1987. Es entschied, dass der Straftatbestand auch dann gegeben sei, wenn die Melodie des Liedes ohne oder mit anderem Text gespielt werde: "Gerade die Melodie macht Symbolkraft aus".
Somit schätzt Stefan Heerdegen ein, "dass die NPD, auch wenn sie mit den Händen nach der gesellschaftlichen Mitte und den Einzug in den Landtag Thüringens greift, doch mit den Füßen fest auf einer nationalsozialistischen Ideologie steht."