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Wie erst jetzt bekannt wurde, wurde auf dem Landesparteitag
der NPD in Fröbitz bei Bad Blankenburg am 8. Dezember 2007
eindeutig nationalsozialistisches Liedgut gesungen.
Am Ende des Parteitages, zu dem neben Frank Schwerdt (Bundesvorstand
und Landesvorsitzender) auch Udo Voigt (Parteivorsitzender), sowie
Peter Marx (Generalsekretär und stellvertr. Bundesvorsitzender)
angereist waren, sang der "nationale Liedermacher" Jörg
Hähnel das Lied "Ein junges Volk steht auf" (1).
Dieses Lied aus der Feder des damaligen Hitlerjugend-Gebietsleiters
für Mecklenburg Werner Altendorf eröffnete das offizielle
HJ Liederbuch.
Dr. Thomas Phleps, Professor am Institut für Musikwissenschaft
und Musikpädagogik der Justus-Liebig-Universität Gießen,
schrieb in dem 2000 erschienenen Aufsatz "Aufarbeitung der
'Musikerziehung' in NS-Deutschland" (2), dass an dem Altendorfschen
HJ-Lied "grundlegende Aspekte der Gemeinschaftsideologie und
ihrer Funktion in den Zurichtungsorganisationen der 'Partei'"
beispielhaft aufgezeigt werden könne.
"Nicht zum ersten Mal erklingt dieses Lied der Hitlerjugend
bei NPD Veranstaltungen, sodass Fröbitz nicht als Ausrutscher'
bezeichnet werden kann." meint Stefan Heerdegen von der Mobilen
Beratung in Thüringen (MOBIT). So beschloss man auch schon
Anfang Dezember in Berlin eine NPD Demonstration im Beisein von
Udo Voigt mit besagtem Lied.
Besonders dreist erscheint diese Praxis der Rechtsextremen, wenn
man bedenkt, dass "Ein junges Volk steht auf" in Broschüren
zweier Landesverfassungsschutzämter (Berlin/Brandenburg und
Sachsen-Anhalt (3)) als nach § 86a StGB verbotenes Liedgut
geführt wird. Die beiden Publikationen charakterisieren das
Lied als "sonstiges Liedgut der Hitlerjugend", welches
mit der nationalsozialistischen Ideologie eng verknüpft sei.
Grundlage dieser Einschätzung ist ein Urteil des Oberlandesgerichts
Oldenburg aus dem Jahr 1987. Es entschied, dass der Straftatbestand
auch dann gegeben sei, wenn die Melodie des Liedes ohne oder mit
anderem Text gespielt werde: "Gerade die Melodie macht Symbolkraft
aus".
Somit schätzt Stefan Heerdegen ein, "dass die NPD, auch
wenn sie mit den Händen nach der gesellschaftlichen Mitte und
den Einzug in den Landtag Thüringens greift, doch mit den Füßen
fest auf einer nationalsozialistischen Ideologie steht."
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