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Prof. Dr. Karl Schmitt von der Friedrich Schiller Universität
Jena stellte vor einigen Tagen auf einer Fachtagung erste Ergebnisse des Thüringen
Monitors 2007 vor. Dieser untersucht seit 2001 jährlich die politischen Einstellungen
der Thüringer Bürger und Bürgerinnen. Obwohl es bei einigen
Fragestellungen wie bspw. der nach Überfremdungsängsten einen geringen
Anstieg gegeben hat, ist die Gesamtzahl der rechtsextrem eingestellten Personen
in Thüringen (2006: 17% auf 2007: 15%), als auch die Anzahl der überzeugten
Rechtsextremen (2006: 9% auf 6%) leicht zurückgegangen. Einige
Ergebnisse sind durchaus positiv zu werten und sie zeigen, dass zivilgesellschaftliches
Engagement, sowie die Präventions- und Interventionsarbeit verschiedener
Institutionen, Vereine und Verbände kleine Erfolge verbuchen können.
Und dennoch betont Petra Pawelskus, Beraterin bei Mobit: "Natürlich
ist es erfreulich, wenn sich der harte Kern der überzeugten Rechtsextremen
minimiert hat. Wenn aber immer noch 54% (2006: 53%) der Thüringer und Thüringerinnen
glauben, Deutschland sei in einem gefährlichem Maße überfremdet,
14% (2006:19%) unter bestimmten Umständen eine rechte Diktatur befürworten
und immerhin noch jeder Zweite der Meinung ist, Ausländer kommen nur hierher,
um den Sozialstaat aus zu nutzen, so ist dies alles andere als beruhigend".
Der NPD und den Freien Kräfte dürften die
Werte sehr willkommen sein. Schließlich sind in Thüringen 2009 Landtagswahlen
und aus ihrer Sicht bietet ein latente und alltägliche fremdenfeindliche
Alltagskultur den besten Nährboden, um ihre menschenverachtende Ideologie
in der Mitte der Gesellschaft dauerhaft zu implementieren. Strategisch bedienen
sich die NPD-Funktionäre hier eines Biedermannimage und sie machen sich zum
Anwalt der kleinen Leute, indem sie in verschiedenen kommunalpolitischen Belangen
ihre `Bürgerstimme` erheben und sich mit Freizeitangeboten vor allen Dingen
dort um die Sympathien der Jugendlichen bemühen, wo es kaum Alternativen
zu geben scheint. Eine große Gefahr sieht Petra Pawelskus in einer Entstigmatisierung
des Rechtsextremismus und der NPD. "Wenn ihre Strategie aufgeht, so ist es
irgendwann nicht mehr verwerflich, rechtsextreme Einstellungen zu besitzen und
entsprechend zu wählen. Sobald sich in der Bevölkerung der Eindruck
festsetzt, dass die NPD auf der politischen Ebene die Einzigen sind, die dringliche
Probleme der Menschen spürt, aufgreift und diese (scheinbar) angeht, hat
die Demokratie endgültig versagt. Angesichts der Ergebnisse von einer Entwarnung
zu sprechen" so die Beraterin weiter "würde die Gefahr in hohem
Maße unterschätzen". |