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gestern Abend die Familienministerin Ursula von der Leyen bekannt gab, dass es
einen Aufschub für die Mobilen Beratungsteams, die Beratungsstellen für
Opfer rechter Gewalt und die lokalen Netzwerkstellen geben würde, atmeten
viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen jener Projekte kurzzeitig auf. Diese Einlassung
der Ministerin bedeutet eine Fristverlängerung für die Abwicklung der
über fünf Jahre aufgebauten Projekte und den logischen Gang zum Arbeitsamt.
Das tatsächliche Problem ist damit aber nicht gelöst. So
erfreulich diese Meldung kurzfristig sein mag, so darf sich doch die momentan
über die Wahlergebnisse der rechtsextremen NPD in Mecklenburg-Vorpommern
erschrockene Öffentlichkeit nicht darüber täuschen lassen, dass
das Familienministerium das Ende besagter Projekte so nur verzögert. "Eine
Anerkennung der erfolgreichen Arbeit zur Unterstützung eines breiten zivilgesellschaftlichen
Konsens' gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus sieht anders
aus" meint Stefan Heerdegen, Berater bei der Mobilen Beratung in Thüringen
(MOBIT). Vielmehr hat sich das Ministerium nunmehr Luft verschafft, um das bislang
unausgegorene Nachfolgeprogramm, dass weder eine Möglichkeit der Weiterförderung
der bisherigen civitas-Strukturprogramme, noch ein Antragsrecht für freie
Träger vorsieht, weiterzustricken. Wenn dieses Programm mit dem jetzigen
Stand am 30. Juni 2007 anlaufen würde, dürften einzig noch Kommunen
Anträge für Projekte und Initiativen stellen. Und an der Sachlage, dass
das von der Leyen-Ministerium künftig keine Fördermöglichkeit der
erfolgreich etablierten Projekte in Ostdeutschland vorsieht, hat sich seit gestern
auch nichts geändert. Auch für MOBIT gilt also nicht Entwarnung zu
melden, sondern sich auf eine Verlängerung der Anstrengungen zum Erhalt der
vielfach nachgefragten Angebote einzurichten. Eine Kraftanstrengung, die die sechs
Mitarbeiter viel lieber für die eigentliche Arbeit, die Aufklärung und
Beratung gegen den Rechtsextremismus in Thüringen aufwenden würden.
Denn schließlich ist 2009 auch in Thüringen Landtagswahl und die Rechtsextremen
stehen hier schon in den Startlöchern. |