| Mit der Aktualisierung
ihrer Homepage vom 10. Oktober veröffentlichte die NPD Erfurt die Namen und
Adressen von elf Personen, die sie für den Anschlag auf das in rechtsextremen
Kreisen beliebte Lokal "Zum Alten Fritz" im Juni diesen Jahres verantwortlich
macht. Vermutlich stammen diese Daten aus polizeilichen
Akten. Bislang ermittelt die Polizei gegen alle genannten Personen als Verdächtige
wegen des Überfalls auf das Lokal, jedoch ohne Ergebnis. Wenngleich
die Homepage keinen ausdrücklichen Gewaltaufruf enthält, ist die Drohung
jedoch offensichtlich. Mehrfach waren Neonazis aus den Kreisen der NPD Erfurt
bei Angriffen auf Demonstrationen oder Bedrohungen beteiligt. "Diese
Veröffentlichung macht den Charakter der NPD und ihrer Anhänger deutlich",
sagt Alexandra Vogel von der Mobilen Beratung in Thüringen (MoBiT). "Vor
diesem Hintergrund ist der unkritische Umgang mit Rechtsextremisten, die an Veranstaltungen
und Kundgebungen teilnehmen, dringend zu überdenken. Auch die NPD kann die
sprichwörtliche Kreide fressen, sie kann ihre wahren Ziele jedoch meist nicht
lange verbergen. Um so erfreulicher war für uns die Absage des Landesparteitages
der NPD, nachdem sich mehrere Kommunen geweigert hatten, ihnen öffentliche
Räume zur Verfügung zu stellen." Nachdem
mehrere Betroffene ankündigten, Strafanzeige gegen die NPD bzw. den Homepagebetreiber
zu stellen, bleibt es der Staatsanwaltschaft zu prüfen, wer die Daten an
die NPD weitergegeben hat. "Ein Blick nach Sachsen
zeigt, dass es nicht prinzipiell undenkbar ist, dass Rechtsextreme bei ihren Schwarzen
Listen Unterstützung von Anwälten oder gar aus dem Ermittlungsapparat
erhalten", sagt Alexandra Vogel. Dort war laut Spiegel online Anfang 2007
eine Liste der Anti-Antifa aufgetaucht, die zum Teil aus Ermittlungsakten der
Polizei stammten. |