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mitteilungen - artikel
NPD provoziert beim „Tag der Offenen Tür“ im Thüringer Landtag
10.06.2007
 

Der Einladung der Landtagspräsidentin Dagmar Schipanski zur öffentlichen Besichtigung und Information der Bevölkerung über die Arbeit des Thüringer Landtages folgten auch Vertreter und Vertreterinnen der NPD.
Den ganzen Nachmittag über wurden einzelne Rechtsextremisten gesichtet, am späteren Nachmittag jedoch entschlossen sie sich dazu, gemeinsam ihren politischen Gegner zu provozieren. C.a.15 von ihnen sammelten sich vor dem Eingang des Landtages, verteilten offenkundig ihre Aufgaben und verteilten sich dann auf verschiedene Stände. So erschienen sie beispielsweise beim Stand des Vereins der Verfolgten des Naziregimes (VVN), der Linkspartei.PDS und der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT), welche sich gemeinsam mit dem DGB in der Jürgen Fuchs Straße präsentierte. Sie versuchten in Mengen Broschüren mitzunehmen und in distanzloser, offensiver Art einzuschüchtern. Glücklicherweise blieb es bei Wortgefechten bis die Polizei einschritt.
Augenscheinlich überlegten die Rechtsextremisten ihren Auftritt zu einer spontanen Kundgebung oder Mahnwache umzufunktionieren, da sie auch ein Transparent mit sich führten. Mit dabei waren auch bekannte Funktionäre aus Erfurt, wie etwa der JN Stützpunktleiter und der stellvertretende NPD Kreisverbandsvorsitzende.
"Diese Aktion muss im Kontext zur sogenannten Mitgliederoffensive der NPD gewertet werden" kommentiert Katja Fiebiger, Beraterin bei MOBIT. Und weiter: "Aktuell erprobt die NPD ihre Kampagnenfähigkeit." Um ihr erklärtes Ziel, den Einzug in den Thüringer Landtag 2009 zu schaffen, stellt sich die NPD breit auf. Sie besetzt Themen, gründet Kreisverbände, gewinnt nicht nur Sympathisanten, sondern Mitglieder. Nach eigener Aussage hat sie am 19. Mai bereits ihr 452. Mitglied geworben und auch der Thüringer Verfassungsschutz räumt ein, dass die Mitgliedszahlen der NPD ansteigen. Dies versetzt die Rechtsextremen zunehmend in die Lage, auch mehr als nur eine Aktivität pro Tag stemmen zu können. So führte die NPD am gestrigen Samstag laut MDR Fernsehen in 17 Städten Aktionen, wie Infostände und Kundgebungen durch, die von der demokratischen Zivilgesellschaft unterschiedlich begleitet wurden. "Leider werden wir künftig noch häufiger solche Tage erleben und es ist davon auszugehen, dass die NPD jetzige Schwächen zu beheben versuchen wird, um sich dann im Wahlkampf als schlagkräftige Alternative profilieren zu können."