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In einem Schreiben vom 28.12.2005 (liegt MOBIT vor) lädt
der NPD-Landesvorsitzende Frank Schwerdt Mitglieder und Interessierte zur Gründungsversammlung
des Landesverbandes Thüringen der Jungen Nationaldemokraten (JN)
ein. Die Gründung des Landesverbandes soll am Samstag, den 14.01.2006, im
Gasthaus Ammelstädt nördlich von Rudolstadt statt finden.
Nach Angaben von NPD und JN kommen zu dieser Gründungsversammlung auch bundesweit
bekannte Führungspersönlichkeiten der Rechtsextremen: der Fraktionsvorsitzende
der NPD im sächsischen Landtag Holger Apfel und der Stellv. Bundesvorsitzender
der JN Philipp Valenta. Begleitet wird die Versammlung durch ein musikalisches
Rahmenprogramm. In letzter Zeit gab es Neugründungen von so genannten
Stützpunkten der Jungen Nationaldemokraten in Thüringen. Diese gibt
es derzeit in Jena, im Saale-Orla-Kreis und im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt.
Ende November vergangenen Jahres wurde der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes
Saalfeld-Rudolstadt Thomas Wienroth in den JN-Bundesvorstand gewählt. In
Saalfeld-Gorndorf dienten Räume, die von einem Hausmeisterdienst angemietet
wurden, für mehrere Monate als Treffpunkt für junge Rechtsextremisten
und zur Durchführung von RechtsRock-Konzerten. Matthias Müller von
der Mobilen Beratung in Thüringen für Demokratie gegen Rechtsextremismus
(MOBIT) schätzt die geplante JN-Gründung wie folgt ein: Wir denken
NICHT, dass sich die Neugründung der JN in Thüringen schnell erübrigen
wird. Durch viele Eintritte von jungen Menschen in die NPD, ist diese in der Lage,
sich als modern und zukunftsorientiert zu präsentieren. Vor allem mit ihrer
Jugendorganisation wird sie ihre Ideologie mit einer rechtsextremen Erlebniswelt
(Konzerte, Sportveranstaltungen, Feiern) verbinden. Die JN versucht so, junge
Menschen langfristig für ihre antidemokratischen Ziele zu binden und nicht
mit einer unattraktiven Parteiarbeit zu verschrecken. Auffällig
ist für Matthias Müller die Konzentration der JN auf den Südosten
in Thüringen: In Pößneck besitzen
die Rechtsextremen mit dem Schützenhaus von Jürgen Rieger
einen legalen Veranstaltungsort für Konzerte und Veranstaltungen. Im niedersächsischen
Dörverden gab es ebenfalls eine enge Verbindung der JN mit dem Heisenhof
von Jürgen Rieger. Der dortige Stützpunktleiter Sascha Jörg
Schüler wurde von Rieger nach Pößneck entsandt, um dort ähnlich
schlagkräftige Strukturen aufzubauen. Die JN trat im sächsischen Mücka
in einer Diskothek mehrmals als Veranstalter von RechtsRock-Konzerten auf. Der
dortige ehemalige Betreiber Erik Myrtha wurde von Rieger als Betreiber des Schützenhauses
eingesetzt. Die hier skizzierte Entwicklung lässt erwarten, dass sich
hier ein weiterer Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten etablieren wird
und dass mit der Gründung des JN Landesverbandes Thüringen junge Menschen
weiter im Fokus der extremen Rechten stehen werden. MOBIT
unterstützt zahlreiche demokratische Initiativen in der Region und will,
angesichts der aktuellen Entwicklung, dieses Engagement noch verstärken.
Für Ihre Fragen steht Matthias Müller gern zur Verfügung: 03621
22 86 96. |