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mitteilungen - artikel
MOBIT zur Gründung des JN-Landesverbandes
13.01.2006
 

In einem Schreiben vom 28.12.2005 (liegt MOBIT vor) lädt der NPD-Landesvorsitzende Frank Schwerdt Mitglieder und Interessierte zur Gründungsversammlung des Landesverbandes Thüringen der „Jungen Nationaldemokraten“ (JN) ein. Die Gründung des Landesverbandes soll am Samstag, den 14.01.2006, im „Gasthaus Ammelstädt“ nördlich von Rudolstadt statt finden.
Nach Angaben von NPD und JN kommen zu dieser Gründungsversammlung auch bundesweit bekannte Führungspersönlichkeiten der Rechtsextremen: der Fraktionsvorsitzende der NPD im sächsischen Landtag Holger Apfel und der Stellv. Bundesvorsitzender der JN Philipp Valenta. Begleitet wird die Versammlung durch ein „musikalisches Rahmenprogramm“. In letzter Zeit gab es Neugründungen von so genannten Stützpunkten der Jungen Nationaldemokraten in Thüringen. Diese gibt es derzeit in Jena, im Saale-Orla-Kreis und im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Ende November vergangenen Jahres wurde der Vorsitzende des NPD-Kreisverbandes Saalfeld-Rudolstadt Thomas Wienroth in den JN-Bundesvorstand gewählt. In Saalfeld-Gorndorf dienten Räume, die von einem Hausmeisterdienst angemietet wurden, für mehrere Monate als Treffpunkt für junge Rechtsextremisten und zur Durchführung von RechtsRock-Konzerten.
Matthias Müller von der Mobilen Beratung in Thüringen für Demokratie – gegen Rechtsextremismus (MOBIT) schätzt die geplante JN-Gründung wie folgt ein: „Wir denken NICHT, dass sich die Neugründung der JN in Thüringen schnell erübrigen wird. Durch viele Eintritte von jungen Menschen in die NPD, ist diese in der Lage, sich als modern und zukunftsorientiert zu präsentieren. Vor allem mit ihrer Jugendorganisation wird sie ihre Ideologie mit einer rechtsextremen Erlebniswelt (Konzerte, Sportveranstaltungen, Feiern) verbinden. Die JN versucht so, junge Menschen langfristig für ihre antidemokratischen Ziele zu binden und nicht mit einer unattraktiven Parteiarbeit zu verschrecken.“
Auffällig ist für Matthias Müller die Konzentration der JN auf den Südosten in Thüringen:
„In Pößneck besitzen die Rechtsextremen mit dem „Schützenhaus“ von Jürgen Rieger einen legalen Veranstaltungsort für Konzerte und Veranstaltungen. Im niedersächsischen Dörverden gab es ebenfalls eine enge Verbindung der JN mit dem „Heisenhof“ von Jürgen Rieger. Der dortige „Stützpunktleiter“ Sascha Jörg Schüler wurde von Rieger nach Pößneck entsandt, um dort ähnlich schlagkräftige Strukturen aufzubauen. Die JN trat im sächsischen Mücka in einer Diskothek mehrmals als Veranstalter von RechtsRock-Konzerten auf. Der dortige ehemalige Betreiber Erik Myrtha wurde von Rieger als Betreiber des Schützenhauses eingesetzt.
Die hier skizzierte Entwicklung lässt erwarten, dass sich hier ein weiterer Schwerpunkt rechtsextremer Aktivitäten etablieren wird und dass mit der Gründung des JN Landesverbandes Thüringen junge Menschen weiter im Fokus der extremen Rechten stehen werden.“

MOBIT unterstützt zahlreiche demokratische Initiativen in der Region und will, angesichts der aktuellen Entwicklung, dieses Engagement noch verstärken. Für Ihre Fragen steht Matthias Müller gern zur Verfügung: 03621 – 22 86 96.