| Auf von Rechtsextremisten
betriebenen Internetseiten fordert die Thüringer Naziszene zu "stillen
Ehrendiensten" auf Thüringer Friedhöfen auf. Ein "Ehrenkomitee
8. Mai" verbreitet einen Aufruf, indem die Hitlerwehrmacht geschichtsverdrehend
nach "heldenhaftem Ringen...ehrenvoll die Waffen niederlegte". In dem
Text ist weiterhin von einer "kleinen Minderheit von Politikkollaborateuren"
die Rede, die die "Geschichte unseres Volkes um eine weitere große
Lüge anreichern möchten". In den vergangenen Jahren hatten
Thüringer Rechtsextremisten auf Friedhöfen am 8. Mai Gräber von
Reichswehr- und Nazimilitärs besucht. Dort wurden Kränze mit geschichtsverfälschenden
Parolen abgelegt und Reden gehalten. Berichte über diese Aktionen waren danach
monatelang auf den einschlägigen Internetseiten zu sehen. Es ist zu erwarten,
dass im 60. Jahr nach Kriegsende derartige Aktivitäten im größeren
Ausmaß stattfinden sollen. Wie Uwe Schubert,
MOBIT Berater aus Gotha mitteilt, versuchen Rechtsextremisten so den 8. Mai umzudeuten.
"Die Erinnerung an diesen Tag wollen die Nazis mit ihrem verdrehten Geschichtsbild
und einem deutschen Opfermythos besetzen". Schubert
verweist in diesem Zusammenhang auf die sich häufenden antisemitischen Schmierereien
und Friedhofsschändungen hin. Jüngster Fall sind Schmierereien in Nordhausen. |