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mitteilungen - artikel
Neonazis kündigen zum 8. Mai "stillen Ehrendienst" auf Friedhöfen an - MOBIT erwartet Schändungen von Friedhöfen und Gedenkstätten
04.05.2005
 

Auf von Rechtsextremisten betriebenen Internetseiten fordert die Thüringer Naziszene zu "stillen Ehrendiensten" auf Thüringer Friedhöfen auf. Ein "Ehrenkomitee 8. Mai" verbreitet einen Aufruf, indem die Hitlerwehrmacht geschichtsverdrehend nach "heldenhaftem Ringen...ehrenvoll die Waffen niederlegte". In dem Text ist weiterhin von einer "kleinen Minderheit von Politikkollaborateuren" die Rede, die die "Geschichte unseres Volkes um eine weitere große Lüge anreichern möchten".
In den vergangenen Jahren hatten Thüringer Rechtsextremisten auf Friedhöfen am 8. Mai Gräber von Reichswehr- und Nazimilitärs besucht. Dort wurden Kränze mit geschichtsverfälschenden Parolen abgelegt und Reden gehalten. Berichte über diese Aktionen waren danach monatelang auf den einschlägigen Internetseiten zu sehen. Es ist zu erwarten, dass im 60. Jahr nach Kriegsende derartige Aktivitäten im größeren Ausmaß stattfinden sollen.

Wie Uwe Schubert, MOBIT Berater aus Gotha mitteilt, versuchen Rechtsextremisten so den 8. Mai umzudeuten. "Die Erinnerung an diesen Tag wollen die Nazis mit ihrem verdrehten Geschichtsbild und einem deutschen Opfermythos besetzen".

Schubert verweist in diesem Zusammenhang auf die sich häufenden antisemitischen Schmierereien und Friedhofsschändungen hin. Jüngster Fall sind Schmierereien in Nordhausen.