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mitteilungen - artikel
NPD Kreisverband Greiz führt die Distanzierung des Bundesvorstandes von der Zwickauer Terrorzelle ad absurdum
09.12.2011

Die Vorstandsmitglieder des NPD Kreisverbandes Greiz geben ihren Rücktritt bekannt. Ausschlaggebend hierfür sei der Vorwurf einer Verbindung der Partei mit den Aktivitäten der Zwickauer-Terrorzelle. Ein Vorwurf, den der Bundesvorstand der NPD allerdings vehement bestreitet.
Dem ehemaligen stellvertretenden Landesvorsitzenden und jahrelangem Mitglied der NPD Ralf Wohlleben werden Verbindungen zu Böhnhardt, Zschäpe und Mundlos vorgeworfen. Er wird der Beihilfe zu sechs Morden und einem versuchten Mord beschuldigt. Die Bundes-anwaltschaft geht u.a. davon aus, dass er die Schusswaffe inklusive Munition besorgt hat. Ganz erschrocken über solche Anschuldigungen geben sich die Vorstandsmitglieder des NPD-Kreisverbandes Greiz und nehmen dies zum Anlass aus der Partei auszutreten. Damit verdeutlichen sie, dass sie ihrem eigenen Bundesvorstand keinen Glauben schenken. Denn der NPD-Bundesvorstand versucht sich insbesondere seit dem Bekanntwerden der Mord- und Anschlagsserie von den TäterInnen sowie von Gewalt im Allgemeinen zu distanzieren. In einer jüngst veröffentlichten Stellungnahme wird erneut jeder Zusammenhang zwischen NPD, der Tätergruppe und gewalttätigen außerparteilichen Gruppen zurückgewiesen. Mit dem Parteiaustritt werden derartige Stellungnahmen des Bundesvorstandes ad absurdum geführt. Denn offensichtlich trauen die ausgetretenen Parteimitglieder ihrer Partei derartige Verbindungen zu.
"Ein Parteiaustritt im Zuge der aktuellen Entwicklungen erscheint scheinheilig. Beständig weisen wir auf enge Verbindungen und auch Personenüberschneidungen zwischen gewaltbereiten Neonazis und der NPD hin. Im Kreis Greiz ist hier etwa auf den wegen eines Brandanschlages auf ein Asylbewerberheim vorbestraften Norman Wilkens zu verweisen, dessen Kandidatur für die NPD bei der Landtagswahl 2009 nicht zu Parteiaustritten führte", kommentiert darüber hinaus Mikis Rieb von der NiP-Projektgruppe.
"Die Gewaltbereitschaft einiger ehemaliger NPD Mitglieder und Vorstandsmitglieder zieht in Greiz eine schon länger nachvollziehbare Spur. So waren Maik Leis damaliger Kandidat für die Stadtratswahlen 2009 und der ehemalige Beisitzer des NPD Kreisvorstandes 2009 Sven Kottke , zusammen mit Norman Wilkens an einem Angriff auf einen kurdischen Imbissbesitzer beteiligt. Alle drei standen gemeinsam wegen gefährlicher Körperverletzung Ende 2010 vor Gericht." so Rene Weber von Move / Kontaktstelle gegen Rechts im Vogtland.