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Wie der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT)
bekannt wurde, waren im Zusammenhang mit dem Papstbesuch in Erfurt
am 23. und 24.09.2011 Polizeikräfte des Bundekriminalamtes
im Hotel Romantischer Fachwerkhof in Kirchheim (Ilmkreis)
untergebracht. Dieser Hotelbetrieb erhält einen Teil seiner
Einnahmen durch verschiedene Teile der rechtsextremen bzw. neonazistischen
Szene.
Seit 2009 nutzten etwa die NPD, die DVU, mehrere neonazistische
Konzertveranstalter, die rechtsextrem unterwanderte Schlesische
Jugend Thüringen und die Gesellschaft für freie Publizistik,
die Kirchheimer Herberge. Alle diese Vereinigungen stehen im Fokus
staatlicher Stellen wie Verfassungsschutz und Staatsschutz. Umso
skandalöser ist, wenn eine Polizeibehörde des Bundes sich
ausgerechnet im mit Abstand meistbesuchten Neonazi-Veranstaltungsort
in Thüringen einmietet.
Fraglich erscheint in diesem Zusammenhang, ob im Kampf gegen Rechtsextremismus
von staatlichen Stellen wirklich alles Nötige getan wird. Schließlich
zeigt dieser Vorfall, dass die Kommunikation der verschiedenen Strafverfolgungsbehörden
und Nachrichtendienste deutliche Mängel aufweist. Bei der bundesweiten
Relevanz des Hotels Romantischer Fachwerkhof mit seiner
Erlebnisscheune hätte ein Anruf beim Thüringer
Landeskriminalamt oder der zuständigen Polizeidirektion genügt,
um diese Panne zu verhindern.
Die Thüringer Polizei ist ebenso wie das sehr aktive Bürgerbündnis
Kirchheimer gegen Rechtsextremismus seit langem bemüht,
das rechtsextreme Treiben aus dem 700-Einwohner-Ort zu verbannen.
Regelmäßig werden Kundgebungen, Demonstrationen, ein
großes Kirchheim-ist-bunt-Fest im Mai diesen Jahres
und Plakataktionen vom Bündnis organisiert. Dieses begrüßenswerte
zivilgesellschaftliche Engagement wird so untergraben." erklärt
Stefan Heerdegen (MOBIT). Ich fürchte um die Motivation
der Kirchheimer, wenn sie sehen müssen, dass staatliche Stellen
diesen Hotelbetrieb durch Buchungen stützen, der ihnen so häufig
neonazistische Besucher bringt.
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