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Aus Sicht der Zivilgesellschaft und der Behörden,
die ihr möglichstes getan haben, den 10. "Thüringentag
der nationalen Jugend" zu verhindern oder zumindest zu erschweren
war der heutige 04.06. ein Tag mit Licht und Schatten.
In einer differenzierten Betrachtung muss
nochmals betont werden, dass es ein ermutigendes Signal ist, dass
es erstmals einer couragierten Versammlungsbehörde mit Rückendeckung
des gesamten Landratsamtes gelungen ist, eine Veranstaltung wie
den nationalistischen "Thüringentag" aus ihrem Kreis
heraus zu halten. So konnten die Nordhäuser und die Unterstützer
und Unterstützerinnen aus ganz Thüringen in Nordhausen
zufrieden die Veranstaltungen besuchen, die ursprünglich als
Gegenaktionen geplant worden waren.
Unterstützung erhielten sie dabei auch von der Thüringer
Sozialministerin Heike Taubert, die sowohl auf der Kundgebung des
Bündnisses gegen Rechtsextremismus Nordhausen, wie auf dem
zentralen Straßenfest vor dem Rathaus sprach. Auch die MdLs
Franka Hitzing (FDP), Egon Primas (CDU), Birgit Keller (DIE LINKE)
und Dirk Adams (GRÜNE) besuchten die Gegenveranstaltungen.
Allerdings gab es auch Provokationen und Einschüchterungsversuche
von Anhängern der gewaltaffinen Hooligan-Gruppe "NDH-City"
und den Autonomen Nationalisten Nordthüringen. Ein Anhänger
im "NDH-City"-Anhänger filmte ungeniert die Bündnis-Kundgebung
auf dem Bahnhofsvorplatz, Bilder von Gegen-Rechts-Engagierten wurden
im Internet veröffentlicht, ein Tweet der Autonomen Nationalisten
lautete: "keine Angst, wir haben noch mehr Material
von Euch, sogar ein Video mit Nahaufnahme. Passt auf euch auf."
Der "Thüringentag der nationalen Jugend" konnte indes
in einem Gewerbegebiet Sondershausens stattfinden. Die neonazistischen
Besucher und Besucherinnen aus ganz Deutschland sowie Österreich
hatte zwar rigide Vorkontrollen durch ein massives Polizeiaufgebot
zu bestehen, jedoch stellten viele der mindestens 600 Neonazis ihre
Gesinnung recht offen zur Schau. Während viele Tattoos und
auch der Zahlencode 88 (für "Heil Hitler") überklebt
werden musste, gingen dennoch viele T-Shirts mit eindeutigen Aufdrucken
durch. Einige Neonazis waren zudem mit ihren Kindern angereist.
Für sie stand eine Hüpfburg bereit.
Sicherlich werden die Organisatoren das erste
der drei Neonazi-Open-Airs in diesem Sommer als Erfolg verkaufen.
Nicht zuletzt, weil die Teilnehmerzahlen für knapp 10000€
Einnahmen für die Kreisverbände Sondershausen und Nordhausen
gesorgt haben dürften. "Dieser "Thüringentags
der nationalen Jugend" zeigt, dass die Attraktivität der
alljährlichen Thüringer Neonazi-Events nicht in jeden
Fall gelitten hat. Mit den richtigen Bands und Rednern wird sich
Thüringen wohl weiter als das bundesdeutsche Festival- und
Erlebnisland behaupten können." erklärt Stefan Heerdegen,
MOBIT-Berater. "Auch für die kommenden Events in Gera,
das "Rock für Deutschland" am 06.08. und der "Eichsfeldtag"
in Leinefelde am 03.09. sind für die Szene interessante Bands
und Redner angekündigt. Nach den im Jahr 2009 verlorenen Landtagswahlen
scheint für die NPD derzeit die Pflege der Neonazisubkultur
Priorität zu haben."
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