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Auf dem Hildburghäuser Marktplatz findet morgen,
am 24. Juli ein sogenannter "Nationaler Sozialer Thüringer
Arbeiter Tag" statt. Programmbestandteil neben Reden und rechtsextremer
Musik ist auch eine Demonstration durch die Stadt unter dem Motto
"Wir wollen keine Asylantenheime!"
In der ursprünglichen Ankündigung dieses Neonazi-Open-Airs
waren Bands wie Nordglanz und Eternal Pride angekündigt. Beim
Sänger von Nordglanz handelt es sich um einen wegen Volksverhetzung
verurteilten Rechtsextremisten. Bei näherer Betrachtung der
Bandgeschichte und der Diskografie fallen mehrfach einschlägige
positive Bezugnahmen auf das Dritte Reich auf. Von der Band Eternal
Pride, die sich selbst als schwedische weiße Widerstands-Metal-Band
begreift, gibt es Titel wie "the final race war" (der
finale Rassenkrieg). Hierbei handelt es sich um eine Coverversion
des Europe-Klassikers "the final countdown" aus den 80er
Jahren. Dass beide Bands nun wahrscheinlich nicht auftreten werden,
ist jedoch nicht den Veranstaltern zuzurechnen. Vielmehr müssen
Streitigkeiten innerhalb der Thüringer rechtsextremen Szene
als Begründung angenommen werden. Nach Recherchen im Internet
sollen nun beide Bands ein Konzert in Pößneck am selben
Tag spielen.
Aber auch die weiterhin angekündigten Musikbeiträge Fylgien
und Untergrundwehr dürften das Publikum "weltanschaulich"
überzeugen. Vom Liedermacher Fylgien gibt es Titel, wie "stolzer
Germane", "Heidenlied" oder "deutscher Soldat".
Untergrundwehr wird im bayrischen Verfassungsschutzbericht als aktive
rechtsextreme Band erwähnt.
Darüber hinaus wird auch die Bekleidungsmarke Ansgar Aryan
mit einem Verkaufsstand vertreten sein. Diese Marke ist mit Werbebannern
auf großen rechtsextremen Internetplattformen vertreten und
verkauft unter anderem T-Shirts mit Aufschriften wie "Aryan
Resistance" (Arischer Wiederstand), "Strength Through
Joy" (Kraft durch Freude) oder "Volksgemeinschaft statt
new world order". Auch hier also wieder Bezugnahmen auf den
Nationalsozialismus.
"Schon der Titel der Veranstaltung - "Nationaler Sozialer
Thüringer Arbeiter Tag", der gedanklich die National-Sozialistischen
Deutschen Arbeiter Partei (NSDAP) nahe legt, wie auch die eingeladenen
Bands machen den Charakter dieser Veranstaltung mehr als deutlich."
so Stefan Heerdegen von MOBIT. Es ist den rechtsextremen Veranstaltern
gelungen, eine Event mit deutlichem neonazistischem Charakter mitten
auf den Marktplatz zu platzieren. "Dies war den langjährig
etablierten rechtsextremen Groß-Events wie dem Thüringentag
der nationalen Jugend, dem Rock für Deutschland in Gera und
dem Fest der Völker bisher verwehrt geblieben." bilanziert
Heerdegen. "Ich kann den Ärger der Menschen in Hildburghausen
gut verstehen, wenn sie ein derartiges fremdenfeindliches, rassistisches,
ja neonazistisches Treiben auf ihrem Marktplatz hinnehmen sollen."
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