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mitteilungen - artikel
"Rechtsextremismus bedeutet letztlich Gewalt"
Mehrere Übergriffe auf Demonstranten bei der An-und Abreise zum Protest gegen den jährlichen Dresden-Aufmarsch von Rechtsextremisten
16.02.200

Dass dem bürgernahen und friedfertigen Auftreten rechtsextremer Kreise, allen voran der NPD, zu misstrauen ist, wurde am vergangenen Samstag erneut bestätigt.
Auch wenn bei Kenntnis der menschenverachtenden, gewalttätigen, rechtsextremen Ideologie solche Überfälle wie auf die sieben Weimarer und den Gewerkschaftsbus des DGB Nordhessen eigentlich nicht verwundern dürften, so schockieren sie dennoch immer wieder. "Den Betroffenen, besonders den beiden schwer Verletzten, muss jetzt die gesellschaftliche Solidarität gelten!" fordert Stefan Heerdegen von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT). Es darf jetzt nicht bei den üblichen Betroffenheitsbekundungen bleiben. Zum einen muss den Betroffenen unmittelbare Betreuung und Unterstützung zuteil werden. MOBIT ist bereit hierbei zu helfen.
Zum Anderen sind jetzt einmal mehr die gesellschaftlichen Eliten Thüringens gefordert. Nach solchen inakzeptablen Überfällen fragt sich nämlich jeder zivilgesellschaftlich engagierte Mitmensch, ob es das wert ist. Ob es wirklich einen breiten demokratischen Konsens in der Gesellschaft gegen Rechtsextremismus gibt, auch wenn dieser nicht in gewalttätiger Form auftritt. So sind Bürgermeister, Amtsträger, Polizeichefs, Abgeordnete, Politiker aller demokratischen Parteien kurz alle Entscheidungsträger aufgefordert, der Zivilgesellschaft, die sich zumeist aufmacht den Rechtsextremen auch tatsächlich entgegen zu treten, eine umfassende Rückendeckung zu verschaffen.
In diesem Kontext nimmt die Mobile Beratung in Thüringen (MOBIT) mit Erschrecken zur Kenntnis, dass vorhersehbar neuralgische Punkte wie eben Autobahnraststätten nicht durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen der Polizei geschützt waren. "Es ist ein fatales Signal an Menschen, die aktiv ihr grundgesetzliches Recht auf Demonstrationsfreiheit gegen alte und neue Nazis wahrnehmen, vom Staat bei An-und Abreise nach Dresden allein gelassen werden." kommentiert Heerdegen "Zumal die Größe und Bedeutung der rechtsextremen Aufmärsche in Dresden nicht neu sind."
So sehr diese gewalttätigen Übergriffe auch die logische Konsequenz rechtsextremen Denkens erneut bloß stellen, so sehr zeigt es aber auch die Schwachstellen und Unsicherheiten administrativer Stellen auf. Dies kann sich weder ein Staat, noch eine demokratische Gesellschaft leisten. Deshalb fordern wir von Politik und Verwaltung sowohl eine klare Stellungnahme und Solidarität mit den Opfern, als auch eine umfassende Wahrnehmung des vielschichtigen Problems und ein eindeutiges Vorgehen im Kampf gegen Rechtsextremismus!