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Auch im Jahr 2008 fand im Vergleich zu den vergangenen
Jahren wieder eine ähnliche Zahl von Rechtsrockkonzerten statt.
Beständig zählt die Mobile Beratung in Thüringen
(MOBIT) 26 bis 31 Konzerte seit 2005.
Zitate von Szene-Helden wie "Musik ist das
ideale Mittel Jugendlichen den Nationalsozialismus näher zu
bringen." (Ian Stuart Donaldson, Gründer des Nazi-Musiknetzwerkes
Blood & Honour) oder "Rockmusik hat gegenüber Büchern,
Demonstrationen und Flugblättern den Vorteil, dass man sie
sich täglich wieder reinziehen kann, ohne das es langweilig
wird" (Landser Interview) belegen die zentrale Bedeutung von
Musik mit rechtsextremen Inhalten für die Szene.
Seit vielen Jahren wird die Bandbreite des Einsatzes von Rechtsrock
beständig weiter ausgebaut.
Dabei stellt die Zählung von Konzerten nur
einen von mehren Aspekten dar. Mit der Veranstaltung von Rechtsrockkonzerten
kann die rechtsextreme Szene, ob nun als NPD oder nicht, ein wichtiges
Segment von Jugendkultur bedienen. Jugendliche und junge Erwachsene
interessieren sich stark für Musik. Wenn dieses Interesse dann
auch noch verbunden ist mit dem Abenteuer, ein konspirativ organisiertes
und durchgeführtes Konzert zu besuchen, erhöht sich die
Attraktivität weiter.
Auch die Stilvielfalt ist weiterhin groß. Besonders hervorzuheben
sind hierbei die Liederabende. Sehr oft finden diese im Anschluss
an Parteiveranstaltungen statt, sind vergleichsweise einfach vorzubereiten
und durchzuführen. Solche Konzerte haben weiterhin den Vorteil
für die Szene, dass Texte gut zu verstehen und eingängig
sind und so der politische Inhalt der Parteiversammlung hinterher
kulturell gefestigt wird.
Ärgerlich für die engagierte Zivilgesellschaft
ist überdies die zunehmende Unangreifbarkeit der rechtsextremen
"Kulturarbeit". Rechtsrock auf Schulhof-CDs, wie sie vergangenes
Jahr von mehreren NPD-Kreisverbänden verteilt wurden, enthalten
oft so sehr codierte Aussagen, dass gegen sie nicht juristisch vorgegangen
werden kann. Ebenso scheinen sich rechte Groß-Events unter
freiem Himmel geschützt durch das Versammlungsrecht immer fester
zu etablieren. Zudem vereinfacht der Rückzug von Rechtsextremen
auf diverse Privatgelände zur Durchführung von Konzerten,
Liederabenden oder auch eines NPD-Kinderfestes die Verhinderung
solcher Hegemoniebestrebungen auch nicht.
Allerdings kann gerade der Rückzug in private
Liegenschaften der rechtsextremen Szene und auch das Ausweichen
der "Fest der Völker"-Initiatoren von Jena nach Altenburg
durchaus als ein Erfolg staatlichen Verfolgungsdrucks, aber vor
allem als Erfolg einer starken, entschlossenen Zivilgesellschaft
gesehen werden.
Die Wirksamkeit einer Kultur des Hinsehens, des
Thematisierens sowie von vielfältigen Gegenaktivitäten
zeigt hiermit ihren Erfolg.
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