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Wie heute die NPD selbst mitteilte, plant sie den
Auftakt für eine erneute Schulhof-Aktion. Von morgen an bis
zur Landtagswahl am 30. August sollen die rechtsextremen Wahlkämpfer
neue NPD-Schulhof CDs und ein extrem rechtes Comic der Jungen Nationaldemokraten,
der Jugend-und Vorfeldorganisation der NPD verteilen. Diesmal sind
Aktionen vor Berufsschulen und Gymnasien angekündigt. Schließlich
hat man dort auch die Aussicht auf junge Erstwähler, was die
NPD in ihrer Mitteilung auch nicht bestreitet. Jugendliche sollen
durch die Musik angesprochen und begeistert werden und am Wahltag
ihr Kreuz bei der NPD machen.
Dabei verhehlt die NPD ihre extrem rechte Ausrichtung und ihre Ablehnung
der Demokratie kaum. Beispielsweise ist auf der CD ein Interview
mit Michael Regner alias "Lunikoff" zu finden, in dem
er kaum mißzuverstehen mit seiner Vergangenheit, seinen illegalen
volksverhetzenden Gedanken bzw. Liedtexten kokettiert und die Justiz
der Bundesrepublik Deutschland verhöhnt. Die NPD Thüringen
lässt sich also in ihrem Wahlkampf von einem erklärten
Befürworter des historischen Nationalsozialismus unterstützen.
Regner war 2005 verurteilt worden mit seiner damaligen Band "Landser"
eine kriminelle Vereinigung nach §129 StGB zu sein. Die Texte
der Band sind im Gerichtsurteil als volksverhetzend, menschenverachtend
und als Verherrlichung des Nationalsozialismus dargestellt. Regner
ist NPD-Mitglied und war in dieser Verbindung auch ein wesentlicher
Grund für die erschreckend hohe Teilnehmerzahl beim diesjährigen
sogenannten "Rock für Deutschland" der NPD in Gera.
Ebenfalls verteilt werden soll ein Comic der Jungen Nationaldemokraten.
In diesem Comic wird anhand einer überspannten Geschichte von
Hühnern und Enten Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus
geschürt. Die Handlung ist recht einfach - Hühner erschleichen
mit der Bitte um Asyl Einlass im Lebensraum der Enten. Nach einiger
Zeit beginnen sie die Enten "um zu erziehen". Die Hühner
werden als Unterdrücker auch anderen Federviehs, wie Schwänen
und Gänsen, ge-bzw. überzeichnet. Dabei kommen auch klassisch
antisemitische Stereotype zum tragen.
"Alles in allem sind die neue Thüringer Schulhof-CD und
das Comic als ein klarer Versuch der NPD zu werten, jugendliche
Rebellion in Wählerstimmen um zu setzen." so Stefan Heerdegen,
Berater bei MOBIT. "Dabei sollte man die Wirkung dieser jugendgemäßen
Agitation nicht unterschätzen. Beides kommt in für Jugendliche
und junge Erwachse ansprechender Form daher und wird bei einigen
Schülern und Berufschülern seine Wirkung sicher nicht
verfehlen." Die Mobile Beratung in Thüringen empfiehlt
daher offene, ehrliche Gespräche mit der jugendlichen Zielgruppe.
"Eltern, Lehrer, Freunde sollten sich die Zeit nehmen, um im
Gespräch mit rechts interessierten bzw. orientierten jungen
Menschen die Irrationalität dieses Gedankengutes und die menschenverachtenden
Lösungsansätze der NPD zu thematisieren und zu dekonstruieren."
so Heerdegen. MOBIT steht diesbezüglich als Ansprechpartner
für Lehrer, Eltern, Großeltern, Geschwister, Sozialpädagogen
etc. gern zur Verfügung.
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