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In den letzten Wochen mehren sich die Meldungen
von Opfern rechtsextremer Gewalt. So sind in den letzten 6 Wochen
insgesamt fünf brutale Übergriffe der rechtsextremen Szene
auf Andersaussehende an die Öffentlichkeit gekommen. Das strategische
Ziel der NPD, den Rechtsextremismus als Weltanschauung und Lösungskonzept
zu entstigmatisieren und sich als bürgerliche, wählbare
Alternative für die kommenden Landtagswahlen in Thüringen
2009 darzustellen, dürfte von der Anzahl und der Brutalität
der rechtsextremen Übergriffe konterkariert werden. "Einige
Kreisverbände der NPD betonten noch vor wenigen Wochen die
gute Zusammenarbeit mit der sog. Freien Kameradschaftsszene als
fruchtbar und für die Zukunft als ein bestimmendes Element
im Kampf um die Realisierung ihrer politischen Ziele. Eine Distanzierung
der NPD von brutalen Übergriffen wie bspw. in der Nacht zum
15.März, als 10-15 rechtsextreme Hooligans eine Gruppe Antifaschisten
in Erfurt überfielen, oder der mit Waffen getätigte Überfall
durch ca. 30 Rechtsextremisten auf das soziokulturelles Zentrum
am 9. März in Weimar blieb bisher aus. Doch selbst wenn eine
solche Distanzierung vorgenommen würde, so wäre dies ausschließlich
taktischer Natur", so Petra Pawelskus, Beraterin bei Mobit.
"Gerade der Fall des Jugendlichen aus Berga, der mittlerweile
aus dem Koma erwacht ist, dürfte einen Imageschaden für
die rechtsextreme Bewegung bedeuten, welcher der NPD ein Dorn im
Auge sein müsste. Die Versuche, die Aktivisten der rechtsextremen
Szene zu Disziplin und einer gewaltfreien politischen Arbeit anzuhalten,
scheinen erneut gescheitert" so Pawelskus weiter. Hieran wird
deutlich, dass für einen Teil der Szene Gewalt als Mittel der
Durchsetzung von politischen Zielen nach wie vor befürwortet
wird.
Laut gewordene Vorwürfe gegen die Ermittlungsarbeit und Informationspolitik
der zuständigen Polizeidirektion Gera und der ermittelnden
Staatsanwaltschaft müssen ernstgenommen werden. "Wenn
eine offensichtlich rechtextreme Gewaltstraftat nicht eindeutig
als eine solche benannt wird, so muss dies doch als einladend auf
Aktivisten aus der rechtsextremen Szene wirken. Wenn es in einem
weiterem Schritt häufig mehrere Jahre dauert, bis rechtsextreme
Gewaltstraftaten vor Gericht behandelt werden, dann müssen
die Verfahrensregeln der Justiz überdacht werden. Denn abschreckend
wirken strafrechtliche Konsequenzen nur, wenn sie in einer angemessenen
Zeit im Anschluss gesetzt werden. Und nicht erst Jahre später,
so wie das derzeit in einem Gerichtsverfahren der Fall ist, wo ein
rechtsextremistischer Mord aus dem Jahr 2003 in Erfurt verhandelt
wird!", so Pawelskus weiter. Eine solche Umgehensweise nutzt
ausschließlich der NPD und der freien Kameradschaftsszene
und sonst niemandem.
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