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mitteilungen - artikel
Titelverleihung "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" in Bad Salzungen mit dem Ministerpräsidenten Herr Dieter Althaus als Pate
Das Staatliche Dr. Sulzberger Gymnasium in Bad Salzungen ist in Thüringen die 11. und bundesweit die 483. Schule, die den Titel "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" trägt
28.08.2008

Das Staatliche Dr. Sulzberger Gymnasium in Bad Salzungen ist in Thüringen die 11. und bundesweit die 483. Schule, die den Titel "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" trägt

Heute stand dem Dr. Sulzberger Gymnasium ganz hoher Besuch ins Haus. Der Ministerpräsident Herr Dieter Althaus höchst persönlich hatte sich vor dem Hintergrund einer Anfrage des Schülersprechers gern bereit erklärt, die Patenschaft für das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" zu übernehmen.
Auf der eineinhalbstündigen Feierlichkeit konnten sich die zahlreichen Gäste und der Ministerpräsidenten durch die Ausstellung in Form kreativer Wandzeitungen und den visuellen Projektionen in der Aula, davon überzeugen, dass sich die Schülerschaft bereits seit mehreren Jahren auf der `internationalen Bühne in Sachen Schüler-Begegnungen` bewegt. Dennoch haben die zahlreichen Austauschfahrten nach Tschechien, Polen oder Holland nicht verhindert, dass es in der Vergangenheit auch an dieser Schule rechtsextremes Gedankengut bei einigen Schülerinnen und Schülern gab. Möglicherweise musste sich die Schülerschaft dieses Gymnasiums besonders oft mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen.
Hier haben zwei junge Männer ihr Abitur gemacht, die heute vielfältige Funktionen im rechtsextremen Organisationsspektrum ausüben; hier hat es einen Aufsatz mit einer eindeutig rechtsextremistisch orientierten Argumentation gegeben. Und die NPD hat erst Ostern dieses Jahres versucht, die Schülerschaft mit Ostereiern und einer Schulhof-CD zu ködern.
"Die Versuche, die Mädchen und Jungen an diesem Gymnasium für die rechtsextreme Ideologie zu begeistern bzw. ihre Sympathien zu gewinnen, wurden in der Vergangenheit nicht nur von innen, sondern auch von außen unternommen", konstatierte Frau Pawelskus in ihrer Rede zur Titelverleihung. "Herauszuheben ist deshalb, dass die Schüler und Schülerinnen sich nicht haben täuschen und einwickeln lassen von einer Ideologie, die scheinbar unverdächtig daherkommt, die aber mit Freiheit, Demokratie und Achtung dem Menschen gegenüber rein gar nichts zu tun hat." Es herrschte eben keine Gleichgültigkeit, keine Verharmlosung und keine Ignoranz gegenüber diesem Phänomen, das jede Schule treffen kann, so Frau Pawelskus weiter. Auch der Ministerpräsident beglückwünschte den Schülerinnen und Schülern und machte deutlich, dass das Engagement gegen Rassismus und der Einsatz für Zivilcourage für das gesamte Leben eines jeden Einzelnen bestimmend sein muss.

Wie wird man eine SOR-SMC?

Mindestens 70 Prozent aller am Schulbetrieb Beteiligten müssen schriftlich bekunden, dass sie sich gegen Gewalt und diskriminierende Handlungen wenden und aktiv an Projekten gegen Rassismus und Ausgrenzung mitwirken wollen. Einmal pro Jahr sollte ein Bericht über die Aktivitäten abgeliefert werden. Zudem müssen die SchülerInnen einen Paten für das Projekt gewinnen, der hilft, ihr Engagement öffentlich zu machen und zu unterstützen.