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Das Staatliche Dr. Sulzberger Gymnasium in Bad Salzungen
ist in Thüringen die 11. und bundesweit die 483. Schule, die
den Titel "Schule ohne Rassismus-Schule mit Courage" trägt
Heute stand dem Dr. Sulzberger Gymnasium ganz hoher
Besuch ins Haus. Der Ministerpräsident Herr Dieter Althaus
höchst persönlich hatte sich vor dem Hintergrund einer
Anfrage des Schülersprechers gern bereit erklärt, die
Patenschaft für das Projekt "Schule ohne Rassismus - Schule
mit Courage" zu übernehmen.
Auf der eineinhalbstündigen Feierlichkeit konnten sich die
zahlreichen Gäste und der Ministerpräsidenten durch die
Ausstellung in Form kreativer Wandzeitungen und den visuellen Projektionen
in der Aula, davon überzeugen, dass sich die Schülerschaft
bereits seit mehreren Jahren auf der `internationalen Bühne
in Sachen Schüler-Begegnungen` bewegt. Dennoch haben die zahlreichen
Austauschfahrten nach Tschechien, Polen oder Holland nicht verhindert,
dass es in der Vergangenheit auch an dieser Schule rechtsextremes
Gedankengut bei einigen Schülerinnen und Schülern gab.
Möglicherweise musste sich die Schülerschaft dieses Gymnasiums
besonders oft mit dem Thema Rechtsextremismus auseinandersetzen.
Hier haben zwei junge Männer ihr Abitur gemacht, die heute
vielfältige Funktionen im rechtsextremen Organisationsspektrum
ausüben; hier hat es einen Aufsatz mit einer eindeutig rechtsextremistisch
orientierten Argumentation gegeben. Und die NPD hat erst Ostern
dieses Jahres versucht, die Schülerschaft mit Ostereiern und
einer Schulhof-CD zu ködern.
"Die Versuche, die Mädchen und Jungen an diesem Gymnasium
für die rechtsextreme Ideologie zu begeistern bzw. ihre Sympathien
zu gewinnen, wurden in der Vergangenheit nicht nur von innen, sondern
auch von außen unternommen", konstatierte Frau Pawelskus
in ihrer Rede zur Titelverleihung. "Herauszuheben ist deshalb,
dass die Schüler und Schülerinnen sich nicht haben täuschen
und einwickeln lassen von einer Ideologie, die scheinbar unverdächtig
daherkommt, die aber mit Freiheit, Demokratie und Achtung dem Menschen
gegenüber rein gar nichts zu tun hat." Es herrschte eben
keine Gleichgültigkeit, keine Verharmlosung und keine Ignoranz
gegenüber diesem Phänomen, das jede Schule treffen kann,
so Frau Pawelskus weiter. Auch der Ministerpräsident beglückwünschte
den Schülerinnen und Schülern und machte deutlich, dass
das Engagement gegen Rassismus und der Einsatz für Zivilcourage
für das gesamte Leben eines jeden Einzelnen bestimmend sein
muss.
Wie wird man eine SOR-SMC?
Mindestens 70 Prozent aller am Schulbetrieb Beteiligten
müssen schriftlich bekunden, dass sie sich gegen Gewalt und
diskriminierende Handlungen wenden und aktiv an Projekten gegen
Rassismus und Ausgrenzung mitwirken wollen. Einmal pro Jahr sollte
ein Bericht über die Aktivitäten abgeliefert werden. Zudem
müssen die SchülerInnen einen Paten für das Projekt
gewinnen, der hilft, ihr Engagement öffentlich zu machen und
zu unterstützen.
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