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Im Jahr 2007 hat die Mobile Beratung in Thüringen
Für Demokratie - Gegen Rechtsextremismus (MOBIT) insgesamt
28 rechtsextreme Musikveranstaltungen gezählt.
Davon konnte die Polizei 2 Konzerte vor Beginn verhindern und weitere
7 auflösen. Andersherum gezählt, konnten also 19 Konzerte
bzw. Liederabende weitgehend unbehelligt von Rechtsextremisten durchgeführt
werden.
Die unverändert große Bedeutung von rechtsextremer
Musik für die Szene wird durch diese Zahlen im Jahr 2007 nochmals
unterstrichen. "Dabei kommt es nicht auf den Musikstil an."
meint Stefan Heerdegen, Berater bei MOBIT. "Vielmehr stehen
menschenverachtende, rassistische, nationalistische und antisemitische
Texte, also Inhalte für die Szene im Vordergrund. Die musikalische
Umsetzung dieser Ideologievermittlung ist in den letzten Jahren
immer mehr eine Frage des persönlichen Geschmacks der rechtsextremen
Rezipienten geworden." Der Begriff des "RechtsRock"
ist insofern irreführend, weil gerade in Thüringen eine
große stilistische Bandbreite rechter Musik existiert. Angefangen
vom Liedermacher über "klassischen" Rock against
Communism, über NS Hardcore (sog. Hatecore) bis zu NS Black
Metal hat die Thüringische Neonazi-Musikszene alles zu bieten.
Und der Freistaat wartet mit einer weiteren Besonderheit
auf. "Thüringen nimmt mit drei rechtsextremen Großveranstaltungen
einen bundesdeutschen Spitzenplatz ein. In keinem anderen Bundesland
ist es den Rechtsextremen bisher gelungen eine solche Dichte an
"Open Air" -Konzerten in die Öffentlichkeit zu tragen."
kommentiert Christian Dornbusch, Mitherausgeber des Buches "RechtsRock.
Bestandsaufnahme und Gegenstrategien" (2002) und Autor zahlreicher
weiterer Publikationen zum Thema, die Entwicklung. Solche Großveranstaltungen,
sie erreichten im vergangenen Jahr Teilnehmerzahlen von 500-1500
Rechtsextremen, sind völlig legal angemeldete politische Versammlungen
im Sinne des Versammlungsrechts. Die NPD nutzt also die grundgesetzlichen
Rechte auf Versammlungsfreiheit aus, um ihre Konzerte nicht nur
heimlich in Landgasthöfen organisieren und durchführen
zu müssen, sondern sie in aller Öffentlichkeit abhalten
zu können. Der Form halber werden zwischen den Musikbeiträgen
auch politische Reden gehalten, jedoch ist das Verhältnis Musik/politische
Rede oft 1:1. Auf diese Weise bemüht sich die NPD im Hinblick
auf die Wahlen in 2009 in Thüringen, ihre Attraktivität
besonders für junge Menschen weiter zu steigern. Sie kämpft
auch mit solchen Veranstaltungen um einen selbstverständlichen
Platz im öffentlichen Raum und der gesellschaftlichen Diskussion.
Dem müssen sich alle demokratischen Kräfte
entgegen stellen, argumentativ und tatsächlich, um der völkischen
und antidemokratischen NPD friedlich aber bestimmt zu zeigen, dass
sie ihr menschenverachtendes Gedankengut nicht mehrheitsfähig
ist und sie als politische Kraft nicht geduldet werden. Die nächste
Möglichkeit dazu ist der "Thüringentag der nationalen
Jugend" am 17. Mai 2008 in Sonderhausen.
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