START
MOBILE BERATUNG
HANDLUNGSFELDER
ANGEBOTE
SCHULE OHNE RASSISMUS
TRÄGERVEREIN
PROJEKTE
MATERIALIEN
CHRONIK
PRESSE
TERMINE
LINKS
gefördert durch:

MOBIT Erfurt
Pfeiffersgasse 15
99084 Erfurt
Fon: 0361 - 2192694
Fax: 0361 - 2192734

mail@mobit.org
 
mitteilungen - artikel
Holocaust-Leugnung provoziert am Tag der Befreiung in Hildburghausen
08.05.2008

Wie zum Trotz gegen das gestrige Verbot des rechtsextremen "Collegium Humanum" und des "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" schmierten bisher Unbekannte Hakenkreuze und eindeutige Leugnungen der Verbrechen an der Jüdischen Bevölkerung Europas zur Zeit des Dritten Reiches.

Nach einer Podiumsdiskussion zu Ursachen des Rechtsextremismus im Rathaus Hildburghausens am gestrigen Abend waren die Stolpersteine zum Gedenken an die von den Nationalsozialisten verschleppten und in Vernichtungslagern ermordeten jüdischen Mitbürger der südthüringischen Kleinstadt noch unangetastet. Heute morgen aber, fanden sich Filzstiftschmierereien auf allen vier Steinen. Zu lesen sind "6 mio Lüge" und "Wer glaubt noch daran?".

Holocaust- oder besser Shoa-Leugnungen sind also nicht nur die Sache kleiner extrem rechter Intellektuellenzirkel, wie etwa des gestern verbotenen "Collegium Humanums". "Vielmehr ist davon auszugehen das es ein verbreiteter Konsens der Neonazi-Szene ist." kommentiert Petra Pawelskus von der Mobilen Beratung in Thüringen Für Demokratie - Gegen Rechtsextremismus (MOBIT). " Es ist gerade an einem historischen Datum wie dem 8. Mai besonders schwer erträglich, wenn Rechtsextreme ihren Geschichtsrevisionismus in die Öffentlichkeit tragen."

In den vergangenen Jahren haben NPD und Freie Kräfte immer wieder versucht einschlägige Daten für kalkulierte Provokationen, wie z.B. "Bombenholocaust" (2005 Debatte zur Zerstörung Dresdens im sächs. Landtag), "60 Jahre Befreiungslüge Wir feiern nicht! Wir klagen an!" (2006 Gothaer Neumarkt) oder verklärende Flugblätter zum Todestag des Hitler-Stellvertreters Hess (2005 Salle-Orla-Kreis, 2007 Erfurt), zu nutzen.

Nun gehen die Beschädigungen der Hildburghäuser Stolpersteine noch deutlich weiter. Es handelt sich eindeutig um Straftaten - das öffentliche Zeigen des Hakenkreuzes ist strafbar nach §86a StGB und die Leugnung der Shoa bzw. des Holocaust nach §130 StGB.
"Ich kann die Polizei aber auch die Öffentlichkeit nur dazu aufrufen, derlei Versuche der Negierung oder Relativierung der historischen Wahrheit nicht hinzunehmen. Umdeuten und leugnen der Geschichte, egal ob am Stammtisch oder in der Öffentlichkeit, zeugt von einer nicht hinnehmbaren menschenfeindlichen Geisteshaltung" so Petra Pawelskus von MOBIT.