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mitteilungen - artikel
Erfurt erfolgreich gegen rechtsextremen Aufmarsch verteidigt
02.05.2007
 

Am gestrigen 1. Mai 2007 zeigten mehrere tausend Menschen Gesicht sowohl gegen Sozialabbau, als auch gegen die Vereinnahmung des 1. Mai als Tag der "deutschen" Arbeit durch Rechtsextreme. Allein zur Demonstration gegen den Aufmarsch von NPD und Freien Kräften fanden sich nach Polizeiangaben etwa 2500 Menschen in Erfurt, Thüringen ein.

"Schön, dass so viele den Feiertag genutzt haben den Rechten zu zeigen, dass die Straßen Erfurts nicht ihnen gehören!" bewertet Katja Fiebiger von der Mobilen Beratung in Thüringen (MOBIT) den gestrigen Tag als einen Erfolg. "Zwar ließen sich auch einige wenige Nazi-Gegner zu nicht gewaltfreien Aktivitäten hinreißen" resümiert sie, "aber der weitaus größte Teil der Engagierten blieb friedlich."
Auch die Polizei sprach bei ihrem Pressegespräch am heutigen Vormittag von "Splittergruppen", welche sich an Barrikadenbau und dem Anzünden von Mülltonnen beteiligt hatten. An den gewaltfreien (Sitz-)Blockaden der Route der Neonazidemonstration hatten sich auch viele Bürger Erfurts beteiligt. Dadurch konnten die 1360 Rechtsextremen ihren geplanten Weg durch den Erfurter Südwesten nicht antreten. Als dem Versammlungsleiter Patrick Wieschke (Landesgeschäftsführer der NPD) mitgeteilt wurde, dass die Neonazis nun nur noch eine Kundgebung abhalten könnten, rief er über Mikrofon die Versammlungsteilnehmer auf, dies nicht zu akzeptieren. In Folge dessen versuchten die Rechtsextremen einen gewaltsamen Durchbruch durch die Polizeiabsperrungen, sie bewarfen die Polizeikräfte mit ihren Transparenten und Pflastersteinen. Dabei wurden mehrere Sicherheitskräfte verletzt.
So entlarvte sich deutlich, dass die NPD-Gefolgschaft allen Versuchen zum Trotz, sich als Biedermänner und wählbare Alternative zu präsentieren, dennoch eine gewaltbereite Szene darstellt.

"Die NPD hat weder echte Antworten auf Fragen zu Sozialabbau und Globalisierung, noch können ihre Funktionäre und Mitglieder sich an Recht und Gesetz halten, wenn diese ihnen nicht zum Vorteil gereichen", so Steffen Lemme DGB Chef in Thüringen und stellvertretender Vorsitzender von MOBIT e. V.