Vlothoer Anzeiger vom 02.01.2012
Vorschriften
werden schärfer
Nach dem Immobilienverkauf
an "rechtsextreme Kreise" in Guthmannshausen will Thüringen die
Vorschriften beim Verkauf von Landesliegenschaften verschärfen. Das sagte
Regierungssprecher Peter Zimmermann.
Die ehemalige
Landwirtschaftsschule in Guthmannshausen war im Mai an eine Frau veräußert
worden, die das Gebäude dem Verein "Gedächtnisstätte e.V."
zur Verfügung gestellt hat, der seit Jahren vom Verfassungsschutz "beobachtet"
wird und als rechtsextrem eingestuft ist. Der Verein war durch die Kontakte
zum Vlothoer "Collegium Humanum" mehrfach in die Schlagzeilen geraten,
die letzte CH-Vorsitzende Ursula Haverbeck-Wetzel war als Referentin angekündigt
worden.
Die Käuferin
der Immobilie, eine Heilpraktikerin aus Hessen, hatte eine Nutzung als Bildungs-,
Kultur- und Tagungszentrum angegeben. Ihre Verbindung zum Verein sei zum Zeitpunkt
des Verkaufs nicht klar gewesen, so jetzt auch Zimmermann. Ziel sei es künftig,
Strohmanngeschäfte zu verhindern.
Eine Regelanfrage
beim Landesamt für Verfassungsschutz werde es aber nicht geben, betonte
Zimmermann gegenüber dem MDR. Vielmehr sollen etwa Klauseln im Kaufvertrag
eine anschließende Nutzung durch Extremisten verhindern.
Das Land
ficht den Verkauf der Immobilie an. Mittlerweile hat auch Finanzstaatssekretär
Dirk Diedrichs gesagt, dass eine Rückabwicklung geprüft werde. Zudem
räumt Diedrichs ein, dass die Käuferin der Immobilie Mitglied des
Vereins "Gedächtnisstätte e.V." sei.
Juristisch
scheint der Rückkauf nach Einschätzung von Rechtsanwalt René
Hobusch schwierig zu sein. Im MDR sagt er: "Sie können versuchen,
den Vertrag anzufechten, weil sie über die tatsächlichen Nutzungsabsichten
im Unklaren gelassen worden sind. Das ist recht schwierig und langwierig."