Bayerns Innenminister glaubt nicht an ein NPD-Verbotsverfahren 2010
Der bayerische
Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sieht einen Neuanlauf für ein Parteiverbotsverfahren
gegen die NPD noch in diesem Jahr skeptisch. "Ich bin nicht gerade euphorisch,
dass wir das schaffen", sagte der in Erfurt erscheinenden "Thüringer
Allgemeinen" (Montagsausgabe). Man arbeite zwar aran, allerdings gebe es
derzeit weder im Bundestag noch im Bundesrat eine Mehrheit für ein solches
Verbotsverfahren. "In beiden Gremien gibt es die Sorge, ein zweites Mal
zu scheitern", sagte der CSU-Politiker. Das wolle keiner riskieren. Herrmann
glaubt, die Zurückhaltung vieler Politiker liege am Eindruck, die NPD habe
derzeit massive interne Probleme. Man könne und dürfe sich aber nicht
darauf verlassen, dass sich das Problem damit von selbst löse. "Die
NPD ist nach wie vor eine gefährliche und undemokratische Partei",
sagte der bayerische Innenminister.
"Deswegen halte ich am Ziel eines Parteienverbotes fest." Herrmann
bekräftigte die Notwendigkeit von V-Leuten in der rechtsextremen Partei.
Die Richter am Karlsruher Verfassungsgericht hatten 2003 als Hürde für
ein neues Verfahren festgelegt, dass zuvor alle Mitarbeiter des Verfassungsschutzes
aus der NPD abgezogen werden müssten. "Ohne die geht es aber nicht",
sagte Herrmann. "Wir können uns nicht auf die Dinge verlassen, die
von alleine nach außen dringen." Er hofft, dass durch die inzwischen
stattgefundene Neubesetzung des höchsten deutschen Gerichts eine Neueinschätzung
dieses Problems möglich ist.