Blick nach Rechts vom 08.03.2010
Rechtspopulistischer
Klüngel
Der Bürgermeister von Arnstadt in Thüringen hat gute Kontakte zu den
nordrhein-westfälischen "pro"-Truppen und zur FPÖ.
Nachdem bekannt
wurde, dass der Arnstädter Bürgermeister Hans-Christian Köllmer
zusammen mit Funktionären der rechtspopulistischen "pro"-Parteien
aus Nordrhein-Westfalen mehr als nur flüchtige Verbindungen pflegt, kommen
nun immer mehr Details zu seinen politischen Umtrieben ans Licht.
Als Thilo Sarrazin (SPD) im vergangenen Jahr der Kulturzeitschrift "Lettre
International" ein Interview gab, in dem er mit Begriffen wie "Kopftuchmädchen"
um sich warf, warfen ihm viele Medien und Fachleute vor, ein Salon-Rassist zu
sein. Neben heftigem Widerspruch erntete Sarrazin aber auch tosenden Applaus
bei Neonazis, Rassisten und Rechtspopulisten aus der ganzen Bundesrepublik.
So auch von den rechtspopulistischen "pro"-Parteien und ihren regionalen
Ablegern.
Von "Gleichschaltung" durchsetzte Parteienlandschaft
Zu ihnen gehört auch der Arnstädter Bürgermeister Hans-Christian
Köllmer. Das "pro Arnstadt"-Vorstandsmitglied Köllmer unterzeichnete
Ende Januar unter anderem zusammen mit den führenden Rechtspopulisten Markus
Beisicht ("pro NRW") und Manfred Rouhs ("pro Deutschland"),
einen offenen Brief an Sarrazin, in dem sie sein "starkes Rückgrat"
in der heutigen, von "Gleichschaltung" durchsetzten Parteienlandschaft
lobten.
Dass Köllmers Unterschrift keinesfalls ein Ausrutscher war, belegt seine
Teilnahme an einer Bundesversammlung von "pro Deutschland" im Dezember
2009, auf der er für seine Rede "viel Beifall" erntete. Gegenüber
der "Thüringer Allgemeinen" (TA) sagte Köllmer, dass er
"sehr wahrscheinlich" auch Mitglied bei "pro Deutschland"
werde. Die "Rechten" würden seiner Meinung nach ausgegrenzt.
Doch dabei beließ er es nicht, lieber stellte er die Frage in den Raum:
"Wird heute wieder ausgegrenzt, wie im Dritten Reich die Juden?"
"Wenn es den Hitler nicht gegeben hätte, wäre Österreich
jetzt kommunistisch"
Köllmer soll auch gute Kontakte zur Freiheitlichen Partei Österreichs
(FPÖ) unterhalten. Ein Foto auf der Internetseite von "pro Arnstadt",
dass ihn zusammen mit dem Österreicher Siegfried Kampl (Zitat: "Wenn
es den Hitler nicht gegeben hätte, wäre Österreich jetzt kommunistisch")
zeigen soll, wurde zwischenzeitlich gelöscht.
Die Thüringer Landtagsabgeordnete Martina Renner (Linke) wies darauf hin,
dass Köllmer mit seinem Verhalten "Antidemokraten salonfähig"
mache und das er gerade als Bürgermeister ein "Vorbild im Kampf gegen
Rechtsextremismus" sein müsse.