Städte
verbünden sich gegen Rechts
Erste Konferenz mit Kommunen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt
in Jena
Mitteldeutsche
Kommunen wollen sich gemeinsam stärker gegen Aufmärsche von Rechtsextremisten
wehren.
Vertreter aus 16 Städten Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts
waren am Freitag und Sonnabend der Einladung des Jenaer Oberbürgermeisters
Dr. Albrecht Schröter (SPD) zu einer zweitägigen Konferenz "Kommunen
gegen Rechtsextremismus" gefolgt. Darunter waren auch Vertreter der Großstädte
Dresden, Erfurt, Magdeburg, Gera und Leipzig.
"Was wir erlebt haben, war ein neuer Ansatz im Umgang mit dem Rechtsextremismus:
Vertreter von Verwaltungen und zivilgesellschaftlichen Initiativen haben miteinander
gesprochen über ihre Rollen, ihre Möglichkeiten und ihr Selbstverständnis",
sagte Dr. Albrecht Schröter im Anschluss an die Konferenz. Dresdens Kulturbürgermeister
Dr. Ralf Lunau machte auf den Konflikt aufmerksam, wenn Oberbürgermeister
und Beigeordnete gefordert seien, sich politisch zu äußern, sich
aber als Vertreter von Verwaltungen in einem bestimmten rechtlichen Rahmen zu
bewegen hätten. Thematisiert wurden bei dem Treffen auch gemeinsame Aktionen
gegen den geplanten Aufmarsch von Neonazis aus ganz Europa am 13. Februar in
Dresden. Aus Jena wollen Vertreter der Stadt und des Aktionsbündnisses
gegen Rechts dazu mit mehreren Bussen in die sächsische Landeshauptstadt
fahren.
"Den Protest gegen die Neonazi-Aufmärsche gibt es sowohl in den Verwaltungen
wie auch in den Initiativen. Wenn das Verständnis füreinander wächst,
dann kann es gelingen, dass die Neonazis keinen Schritt weiterkommen",
sagte der Jenaer Oberbürgermeister. Neonazi-Aufmärsche seien kein
Gesetz, mit dem man auf Dauer leben müsse.
Der Soziologe Prof. Dr. Klaus Dörre von der Friedrich-Schiller-Universität
Jena, der die Konferenz moderierte, sagte, dass sich der Kampf gegen Rechts
nicht auf Großveranstaltungen beschränken dürfe. Im ländlichen
Raum gehörten etwa Konzerte der rechten Szene zum Normalzustand. "Man
muss ein deutliches Zeichen dafür setzen, dass Nazis nicht willkommen sind",
so Dörre.