Thüringer Allgemeine vom 20.11.2009

Kirchheimer Erklärung gegen Rechtsextremismus

Fast im Wochenrhythmus finden seit einige Zeit in Kirchheim Saalveranstaltung der rechten Szene statt. Jetzt haben die Kirchheimer gemeinsam mit anderen Bürgern eine "Kirchheimer Erklärung" verfasst.

KIRCHHEIM (ep). Erst vergangenen Samstag fand in Kirchheim eine rechte Saalveranstaltung statt, für morgen ist eine weitere angekündigt. Angesichts der Häufung solcher Treffen in Kirchheim haben gestern die Bündnisse gegen Rechtsextremismus aus Kirchheim und Arnstadt, das Bündnis gegen Rechts Gera, das Aktionsnetzwerk Jena und das Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus Weimar eine "Kirchheimer Erklärung" verabschiedet, mit der sie sich dagegen wehren wollen, dass sich "ein neues Schulungs- und Veranstaltungszentrum der rechten Szene in Kirchheim" etablieren könnte. "Dagegen müssen alle demokratischen Kräfte zusammen stehen - von der Landesregierung und der Landeshauptstadt Erfurt bis zu den örtlichen Entscheidungsträgern, von den Unternehmen des Gewerbegebietes Erfurter Kreuz bis zu den Kleinbetrieben des Ortes, von den Kulturschaffenden bis zu den Vertretern der Kirchen, von den Vereinen bis zu den Bürgerinnen und Bürgern der Region selbst" heißt es in der Erklärung.

Die rechtsextremen Aktionen kommen laut Erklärung "nicht aus der Gemeinschaft der Kirchheimer Bevölkerung", seien aber möglich, "da eine örtliche Lokalität der NPD und den rechtsextremen Kräften Räumlichkeiten bietet".

Die Kirchheimer Bürgerinnen und Bürger distanzieren sich davon rufen deshalb dazu auf, gemeinsam ein klares "Nein" gegen Rechtsextremismus in all seinen Erscheinungsformen zu artikulieren und dieses in einem breiten Bündnis für ein respektvolles, tolerantes und friedliches Miteinander aller Menschen dauerhaft zu manifestieren.

Als sichtbares Zeichen des Protestes werden alle Demokraten aufgerufen, an diesem Samstag ab 10 Uhr in Kirchheim zu demonstrieren.