Leipziger Volkszeitung vom 30.03.2009
Konzert von Rechtsextremen in Pößneck verhindert - 14 Festnahmen
Ein am Samstag von Rechtsextremen geplantes Konzert am Samstagabend im Pößnecker Schützenhaus ist doch noch verhindert worden. Vorangegangen war eine Kontrolle des Brand- und Katastrophenschutzes auf mögliche Gefahren im Schützenhaus, teilte das Landratsamt Saale-Orla mit. Die Konzertveranstalter wollten daraufhin auf einen angrenzenden Parkplatz ausweichen. Dort untersagte ihnen die Stadt Pößneck das Konzert aber wegen fehlenden Lärmschutzes.
Es sei nicht zumutbar, vier Konzerte bis 2.00 Uhr morgens mitten im Wohngebiet durchzuführen, hieß es. Samstagmittag hatten etwa 300 Demonstranten friedlich in der Innenstadt ein Zeichen gegen Rechts gesetzt.
Die Polizei kontrollierte
bis an die Abendstunden rund um Pößneck Anreisende zum Konzert. Ihnen
wurde die Fahrt zum Schützenhaus untersagt. 14 Anhänger der rechten
Szene seien festgenommen worden. Sie hätten das Konzertverbot nicht akzeptieren
wollten. Laut Polizei wurden 56 Platzverweise gegen die rechte und 13 gegen
die linke Szene ausgesprochen.
Eigentümer des ehemaligen Schützenhauses in Pößneck ist
der stellvertretende NPD-Bundesvorsitzende Jürgen Rieger. Es hatte in der
Woche Gerüchte gegeben, dass die rechtsextreme NPD in dem Gebäude
möglicherweise ihren Bundesparteitag abhalten wollte, für den sie
bundesweit ein n Tagungsort sucht. Der Thüringer Verfassungsschutz schloss
dies aus.
Das Landratsamt hatte in dieser Woche ein Konzertverbot für das Schützenhaus aus baulichen Mängeln ausgesprochen, konnte sich damit jedoch beim Landesverwaltungsgericht nicht durchsetzen können. Eine Beschwerde der Kreisverwaltung gegen diese Entscheidung wies das Oberverwaltungsgericht (OVG) am Freitag in Weimar ab (1 EO 241/09).