DPA vom 22.8.2009
Verfassungsschutz hält NPD für kampagnenfähig
Die NPD ist nach Einschätzung des Verfassungsschutzes trotz interner Grabenkämpfe und Finanzmisere kampagnenfähig. «Die Partei konzentriert sich bei den anstehenden Landtagswahlen organisatorisch und finanziell auf Thüringen», sagte der Präsident des Landesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Sippel.
Nach eigenem Bekunden
verfüge die NPD für den Thüringer Wahlkampf über 160 000
Euro. Außer in Thüringen wird am 30. August auch in Sachsen und im
Saarland gewählt.
Die NPD rechne sich offensichtlich in Thüringen große Chancen aus, nach Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen in einem dritten Bundesland den Sprung ins Parlament zu schaffen, sagte Sippel. Aktuelle Umfragen sehen sie allerdings meist unter fünf Prozent. «Trotz anhaltenden Mitgliederschwundes ist der NPD-Landesverband mit derzeit etwa 450 Mitgliedern personell immer noch stark», schätzt der Verfassungsschutz-Präsident. Außerdem könne die rechtsextreme Partei auf eine Schar freiwilliger Helfer setzen.
Die von der NPD
im Wahlkampf offen zur Schau gestellte rassistische Propaganda nannte Sippel
eine bewusste Provokation. «Das ist eine durchkalkulierte Strategie, die
menschenverachtend ist», sagte der Präsident zu den Drohungen gegen
einen dunkelhäutigen CDU- Wahlkampfhelfer, der von der NPD «zur Heimreise
überredet» werden sollte. Rassenhass und die damit einhergehende
Ausländerfeindlichkeit seien wesentliche Elemente der NPD-Demagogie. Dabei
gehe es «um die Abgrenzung zu anderen Parteien, Schlagzeilen und um die
Bedienung von Ressentiments in Teilen der Bevölkerung», sagte Sippel.