Radio Frei vom 09.12.2008
Angriff 2009 und heiße Luft in Erfurt
Angriff 2009,
so lautet der interne Titel einer NPD-Schulung am vergangenen Wochende. Geplant
waren eine Argumentations- und Rhetorikschulung für das kommende Wahlkampfjahr.
In Eisenach und Jena trafen sich jeweils circa zwölf Kameraden um über
das Vorgehen im nächsten Jahr informiert zu werden. Zwar gab es immer wieder
Meldungen das Wahlbündnis der NPD, DVU sowie der Freien Kameradschaft werde
bis zur Wahl 2009 zerbrechen, doch die Rednerlisten des vergangenen Wochenendes
belegten das Gegenteil. Sowohl ein Vertreter der DVU als auch ein hohes Mitglied
der Freien Kameradschaft sprachen auf den Veranstaltungen der NPD. Die Mobile
Beratung in Thüringen, MOBIT, geht dennoch davon aus, dass die Extreme
Rechte derzeit sehr uneins ist. Innerparteiliche Streitigkeiten in der NPD,
das Veruntreuungsdebakel auf der Bundesebene als auch die Profilierungskämpfe
gegen die PRO-Bewegung setzten der NPD in den letzen Monaten gewaltig
zu. Doch während sich das Thüringer NPD-Lager für den Wahlkampf
rüstet fehlt es bei der Splittergruppe PRO Erfurt e.V. noch
immer an Kontur. Seit der Gründung der Thüringischen PRO-Bewegungen
agiert der Verein rund um Kai-Uwe Trinkaus und Konrad Förster gegen die
NPD. Dennoch fehlt es bislang an einer konkreten Positionierung im Wahlkampf.
So mischt sich die Partei zwar derzeit lautstarke in viele kommunale Themen
mit ein, doch fehlt diesen Themen sehr oft die Grundlage. So gibt es auf der
Homepage des PRO Erfurt e.V. den Hinweis auf eine Vereinsgründung
mit dem Namen Topf und Söhne - Besetztes Haus. Hier soll sowohl
die Geschichte der Ofenbauer von Auschwitz als auch die Zeit der Besetzung des
Geländes kritisch diskutiert werden. Auf der Seite heißt es weiterhin,
es würde einen breiten Konsens in der Bevölkerung mit dem Verein geben
und Bürgermeisterin Tamara Thierbach würde das Anliegen entgegen nehmen.
Doch Bürgermeisterin Thierbach erklärt gegenüber Radio F.R.E.I.,
dass es weder von ihrer Seite, noch von Seiten der Stadtverwaltung eine derartige
Unterstützung gegeben hat oder noch geben wird. Frau Thierbach wies außerdem
daraufhin, dass es keinen Verein namens Topf und Söhne Besetztes
Haus gibt.
Landesweit sind jedoch wieder erhöhte Aktivitäten der extremen Rechte
zu verzeichnen, wie die Mobile Beratung in Thüringen mitteilt. So gab es
am Wochenende in Ellrich ein Black Metall Festival und in Sömmerda ein
Konzert der Gruppe Kategorie C/Hungrige Wölfe, bei der ca. 700 Menschen
anwesend waren.