Thüringer Allgemeine vom 11.09.2008
Wachsende Gefahr durch Hooligan-Gruppe
Von der sogenannten Gruppierung Kategorie EF geht ein zunehmendes Gewaltpotenzial aus. Das geht aus einer Antwort des Thüringer Innenministers Manfred Scherer an den Landtagsabgeordneten Roland Hahnemann hervor. Der Saalfelder Linke-Politiker hatte nach dem Polizeieinsatz vom 12. Juli an der Krämerbrücke eine Kleine Anfrage verfasst.
ERFURT (jh). Scherer rechtfertigt in seiner Beantwortung zunächst das Vorgehen der Polizei gegen eine Gruppe linksautonomer junger Leute: "Der Einsatz diente dem Ziel der Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung" und sei nicht in Durchsetzung der neuen Stadtordnung erfolgt. Vielmehr hätten sich Jugendliche provokativ, aggressiv und belästigend verhalten.Dass es an der Krämerbrücke zudem zu einer Auseinandersetzung zwischen den Autonomen und Rechtsextremen kommen könnte, sei, so der Innenminister, nicht absehbar gewesen. Zwar habe es am Mittag bereits eine provokative Aktion der Rechten am Hauptbahnhof gegeben. "Hinweise auf eine geplante weitere Aktion" wurden aber "nicht bekannt".Bei der Gruppierung Kategorie EF handelt es sich laut Ministerium um "Nachwuchshooligans des Erfurter Fanklientels", der ca. 20 Mitglieder angehören. Sie seien bei Veranstaltungen der NPD vertreten und suchten den Kontakt zu den sog. autonomen Nationalisten.Das Gewaltpotenzial der KEF hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Sind Angehörige der Gruppe 2006 mit 21 Straftaten registriert - darunter acht Körperverletzungen, vier Sachbeschädigungen und je zwei Fälle des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen bzw. von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte - waren es im Jahr darauf bereits 49. Zu 13 Körperverletzungen und 22 Sachbeschädigungen kamen nun auch Fälle von Landfriedensbruch und Volksverhetzung hinzu. In nur acht Monaten dieses Jahres wurden 45 Straftaten durch KEF-Mitglieder erfasst.Neben diesen Hooligans hat die Polizei Erkenntnisse zu zwei weiteren Fangruppen ("Inferno Windisch", "Jungsturm KEF"), die ebenso "dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen sind".