Verbotene
Vereine in Thüringen auch aktiv
Einer der gestern bundesweit verbotenen rechtsextremen Vereine traf sich auch
in Thüringen. Bekannt sind Tagungen in Mosbach bei Eisenach.
ERFURT/BERLIN.
Das seit gestern verbotene "Collegium Humanum" hat sich nach Angaben
des Thüringer Innenministeriums im April vorigen Jahres und im Oktober
2005 in Mosbach bei Eisenach zu Veranstaltungen getroffen. 2005 referierte dort
unter anderem der wegen Leugnung des Holocaust und Volksverhetzung verurteilte
Horst Mahler, der damals Adolf Hitler verherrlicht haben soll. Das Thüringer
Innenministerium hatte 2005 nach Angaben der Linkspartei trotz mehrerer Hinweise
auf die Propagandaveranstaltung, keine Veranlassung gesehen, zu reagieren. Derartige
Zusammenkünfte des rechtslastigen Vereins hatten in Thüringen immer
bis zu 60 Teilnehmer. Tagungsort war eine Gaststätte, in der sich regelmäßig
Rechtsextremisten getroffen haben.
Das in den 60er Jahren gegründete "Collegium" aus dem nordrhein-westfälischen
Vlotho wurde seit längerem vom Verfassungsschutz beobachtet. Es galt als
Anlaufstelle von Holocaustleugnern. Gleichzeitig wurde gestern auch dessen Teilorganisation
"Bauernhilfe e.V." sowie der "Verein zur Rehabilitierung der
wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten" vom Bundesinnenministerium
verboten. Ihnen wird vorgeworfen, gegen die verfassungsmäßige Ordnung
einzutreten und systematisch den Judenmord des NS-Regimes zu leugnen. Zum Durchsetzen
der Verbotsverfügung durchsuchte die Polizei 30 Objekte der Vereine in
Hessen und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurden Computer, Schriftverkehr, Kontounterlagen
und DVDs sichergestellt. Zu den Ergebnissen der Razzien machten die Ermittler
gestern noch keine Angaben. Die Auswertung dauere noch an, hieß es.