Südthüringer Zeitung vom 27.11.2008

Sportler zeigen entschieden Flagge gegen Rechts
Vertreter vom Sportkreis Bad Salzungen gegen rechte Unterwanderung

Gegenwärtig ist es häufiger zu beobachten, dass rechtsextreme Gruppen versuchen, sich in Sportvereinen einzunisten, sie mit ihrem schmutzigen Gedankengut zu unterwandern. „Wir wollen diesem Treiben entschieden Einhalt gebieten“, sagte Gerd Darr, der Vorsitzende des Kreissportbundes Bad Salzungen am Dienstagabend auf einer Informationsveranstaltung der Bad Salzunger Sportler gegen diese Umtriebe. Der Einladung folgten 78 Ehrenamtliche aus den verschiedenen Vereinen.

Als Referenten hatten sich die Bad Salzunger Dr. Gerhard Bücker, Clearingstelle Rechtsextremismus/Landespräventionsrat Niedersachsen, Hannover, eingeladen. Bücker gab einen interessanten Einblick über die Methoden, derer sich die Nazis bedienen, um möglichst unbemerkt Besitz von den Mitgliedern der Sportvereine zu ergreifen. Dabei betonte er, dass das Interesse am Sport in dieser Szene immer größer werde, da Sport Spaß mache und ihnen die Möglichkeit biete, neue Kontakte und Bekanntschaften zu knüpfen. Leider werden auch in Thüringen Sportveranstaltungen gezielt von diesen antidemokratischen Kräften genutzt, um sich ein Podium in der Öffentlichkeit zu schaffen.

„Es war ein sehr interessanter Abend. Bisher war mir ehrlich gesagt verborgen, was da auf uns zukommen kann. Jeder von uns ist verpflichtet, in dieser Richtung aufmerksam zu arbeiten“, sagte Wolfgang Meier vom Anglerverband Werratal. Bücker zeigte nicht nur die Aktivitäten der Rechtsextremisten auf, sondern auch Möglichkeiten, wie Sportvereine dem erfolgreich und juristisch einwandfrei entgegenwirken können. So könne dies über Änderungen in der Satzung oder der Sportstättennutzung geschehen. „Es war für mich ein interessanter Abend, an dem Aktivitäten aufgezeigt wurden, die bei uns hier zum Glück noch nicht so zu beobachten sind. Es war gut, dass wir die Möglichkeiten aufgezeigt bekamen, wie wir uns dagegen wehren können“, meinte Karl-Heinz Zeilmann vom SV Fortuna Möhra. Auch Michelle Bittorf vom VfB Vacha zeigte sich beeindruckt von dieser Veranstaltung: „Es war sehr tief greifend. Die meisten vermuten wohl nicht, dass die rechte Szene so organisiert ist. Das ist schon erstaunlich und es ist gut, dass es eine so gute Veranstaltung zu diesem Thema gab.“ Gleicher Meinung ist Elvira Fischer vom TSV Sünna: „Einige dieser Abkürzungen oder Zeichen waren mir nicht bekannt und jetzt werde ich wohl genauer hinschauen. Sehr gut fand ich, dass Wege gezeigt wurden, diese Dinge rechtzeitig zu erkennen und zu beenden.“ Nach dem Informationsabend waren sich alle einig, dass künftig genauer hingeschaut werden muss, dass der braune Mob nicht ungehindert die hiesigen Sportvereine und Sportveranstaltungen missbrauchen kann. Auch wenn es bei der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage im Land schwer ist, steht eines fest, wie Bücker treffend zum Abschluss formulierte: „Den Verband/Verein muss man attraktiv halten für Demokraten, und nur damit wird er unattraktiv für Antidemokraten.“