Ostthüringer Zeitung vom 25.09.2008
Reps werden
nicht mehr beobachtet
NPD bei rund 500 Mitgliedern
Die Partei der Republikaner steht nicht mehr unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Mit nur noch 50 oder 60 Mitgliedern in Thüringen haben sich die Reps marginalisiert.
Als stärkste
Kraft des rechtsextremen Spektrums hat sich deutschlandweit die NPD etabliert.
Sie zählt in Thüringen um die 500 Mitglieder, sagte der Präsident
des Landesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Sippel, gestern bei einer
Veranstaltung der Journalistenschule Ruhr in Weimar. Damit musste die NPD nach
jahrelangem Zulauf einen leichten Rückgang ihrer Anhängerzahl hinnehmen.
Eine Besonderheit im Freistaat ist nach Sippels Worten die enge Verbindung führender
NPD-Funktionäre mit der Neonaziszene.
Gehalt absichern!
Aller Voraussicht nach werde die NPD nicht nur zu den Kommunalwahlen, sondern
auch zur Landtagswahl 2009 antreten. Zwar war 2004 mit DVU-Chef Frey vereinbart
worden, in Thüringen der rechtsextremen DVU den Vortritt zu lassen, um
sich nicht gegenseitig Stimmen wegzunehmen. Das werde aber von der NPD jetzt
massiv in Frage gestellt. Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes fehlt
es den Rechtsextremen nach wie vor an Personal, das vorzeigbar ist und professionell
Wahlkämpfe führen kann. Ein weiteres Hindernis könne das Thüringer
Wahlgesetz sein. Es schreibt für nicht im Parlament etablierte Parteien
oder Wahlvereinigungen Unterstützungsunterschriften vor, die persönlich
auf Ämtern zu leisten sind.