Ostthüringer Zeitung vom 12.12.2008
Neonazi-Treffpunkt
in Schönbach alarmiert
Skibbe wirft Behörden Versagen vor
Im Zusammenhang
mit dem Treffpunkt der Neonazis im einstigen "Drei-Mädel-Haus"
in Schönbach wirft Diana Skibbe, Landtagsabgeordnete der Partei Die Linke,
den zuständigen Behörden Versagen vor.
Es mangele anscheinend an einer sachgerechten Einschätzung der Entwicklung
des Rechtsextremismus im Vogtland, stellt sie angesichts der Antworten auf ihre
mündliche Anfrage in der gestrigen Plenarsitzung im Landtag fest. Skibbe
hatte ausgehend vom Polizeieinsatz in Schönbach am 29.11., als eine Veranstaltung
wegen volksverhetzender Lieder aufgelöst wurde (OTZ berichtete), angefragt,
wieviel Veranstaltungen der rechten Szene hier bekannt seien und ob es zutreffe,
dass besagtes Drei-Mädel-Haus zum 1. November an ein ehemaliges NPD-Mitglied
und Kreisrat im sächsischen Vogtland verkauft worden sei.
"Zahlreiche Veranstaltungen nicht öffentlichen Charakters wurden benannt,
beginnend mit Juni 2007. Allein in diesem Jahr sind es sechs Termine",
sagt Skibbe gestern Abend am Telefon.
Auch der Verkauf an ein einstiges NPD-Mitglied sei bestätigt worden. "Die
Blauäugigkeit, mit der man hier vorgeht, überrascht mich", so
Skibbe. Wenn der Thüringer Verfassungsschutz in Gera Behördenmitarbeiter
zur Frage Immobilienkauf durch Rechtsextreme schule und einige Kilometer weiter
Neonazis ungehindert ein Haus erwerben könnten, dann hätten die zuständigen
Behörden versagt.
Die Landtagsabgeordnete der Linken kündigte an, das Thema auch im Kreistag
zu beraten und gemeinsam mit dem Bündnis in Greiz Gegenaktivitäten
zu diskutieren. "Die Alarmzeichen stehen auf Rot."