Ostthüringer Zeitung vom 10.09.2008
"Heimattreue" nun auch in Thüringen
Mobit: Alle Spielarten
des organisierten Rechtsextremismus präsent- PDS für Verbot
Erfurt (OTZ). In Thüringen ist nach gestrigen Angaben der Mobilen Beratung
(Mobit) Für Demokratie - Gegen Rechtsextremismus nun auch die rechtsextreme
Jugendorganisation HDJ "Heimattreue Deutsche Jugend"präsent.
Laut dem Internetportal "Blick nach rechts", auf das sich Mobit beruft, habe sich am vergangenen Wochenende im Schatten der Wartburg erstmals eine Gruppe Thüringer HDJ-Aktivisten versammelt.
Die HDJ, die als Nachfolgeorganisation der verbotenen Wiking Jugend gilt und hinsichtlich des Auftretens Ähnlichkeiten zur Hitlerjugend erkennen lässt, sei damit zum ersten Mal in Thüringen öffentlich in Erscheinung getreten. An der Wanderung hätten auch NPD-Mitglieder aus dem Freistaat teilgenommen. Uwe Schubert von der Mobilen Beratung wertete das als weiteren Beleg dafür, dass in Thüringen alle Spielarten des organisierten Rechtsextremismus präsent sind. "Es ist wenig verwunderlich, dass auch hier Mitglieder und Funktionäre der NPD mitmischen , sagte Schubert.
Unterdessen plädiert die Landtagsfraktion PDS/Die Linke für ein Verbot der rechtsextremen HDJ in Thüringen. Abgeordnete Sabine Berninger forderte die Landesregierung auf, die rechtsextreme Organisation in den Fokus ihrer Sicherheitspolitik zu nehmen.