Ostthüringer Zeitung vom 01.09.2008
Aufschlüsse auch übers "Fest der Völker"
Das Portal von
"Blood and Honour" mit Hinweis, dass mögliche nationalistische
und rassistische Inhalte nach US-Gesetzen nicht strafbar seien.
Antifa-Hacker knacken weltweites Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour"
- Katharina König zu ersten Erkenntnissen aus Jenaer Sicht
Jena (OTZ). Wie die "Frankfurter Rundschau" am Sonnabend meldete,
sei es der sogenannten " Daten-Antifa" gelungen, mit "Blood and
Honour" eines der weltweit größten Neonazi-Netzwerke im Internet
zu zerschlagen worden. Danach war es Hackern am Freitag gelungen, die Zugangscodes
zum "Blood and Honour -Netzwerk zu knacken und fast 32 000 Datensätze
zu kopieren, darunter etwa 500 aus Deutschland, wo das "Blood and Honour"-Netzwerk
seit acht Jahren als verfassungsfeindliche Gruppierung verboten ist.
Zur Tragweite des Vorgangs hatte unter anderem Katharina König vom Jenaer Aktionsbündnis gegen Rechts in dem Bericht der "Frankfurter Rundschau" erklärt, es gebe nun Beweise, dass B& H-Konzerte nach wie vor in Deutschland stattfänden und dass deutsche Rechtsextremisten sich an der Organisation solcher Konzerte im Ausland beteiligt hätten. Außerdem habe die Daten-Antifa sogenannte " Red-Watch"-Listen sichergestellt, die Namen, Adressen und andere Informationen über ihre politischen Gegner enthalten. Gegenüber OTZ sagte sie, es habe sich gezeigt, dass auch das "Fest der Völker" über das Netzwerk vorbereitet werde. Da die bundesweite Auswertung der Deutschland betreffenden Datensätze erst am Anfang stehe, ließe sich erst später Näheres sagen. Entgegen anderslautenden Meldungen seien jedoch am Hacker-"Angriff" Thüringer bzw. Jenaer Internet-Spezialisten nicht beteiligt gewesen, betonte sie. Die gesamten Datensätze hätten die Antifaschisten zwar auf illegalem Weg erworben, räumte sie in der "Frankfurter Rundschau" ein. Es sei aber sicher, "dass auch die Polizei ihre Schlüsse daraus ziehen" werde. Man habe nun Einblick in die Strukturen eines weltweit agierenden Neonazi-Verbundes, zu dem nach Expertenaussagen auch die NPD Kontakt halte.