MDR vom 22.11.2008

Bündnisse gegen Rechts wollen sich vernetzen
Treffen in Weimar

In Weimar treffen am Sonnabend erstmals alle 18 Thüringer Bürgerbündnisse gegen Rechtsextremismus zusammen. Nach Angaben der Organisatoren um die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (MOBIT) ist eine landesweite Vernetzung geplant. MOBIT-Mitarbeiter Uwe Schubert sagte, man wolle damit ein "klares Signal für Thüringen setzen". Die Organisatoren, zu denen auch das Bürgerbündnis Weimar und die Jugend des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gehören, rechnen mit rund 100 Teilnehmern.
Proteste gegen NPD-Veranstaltung in Altenburg; Rechte: dpa
Sitzblockade in Altenburg: Tausende protestierten dort im September 2008 gegen eine NPD-Veranstaltung.
Landeskoordinator gefordert

Schubert erklärte, bei dem Treffen gehe es darum, "Bürgerbündnisse zu stärken". Diese hätten in den Thüringer Kommunen "mit viel Gegenwind" zu kämpfen. Mitveranstalter Sandro Witt von der DGB-Jugend erhofft sich, dass Thüringen eine "Koordinierungsfunktion" bei der Arbeit gegen Rechtsextremismus übernimmt: "Der Freistaat ist in der Pflicht, einen Landeskoordinator einzusetzen, wenn der Rechtextremismus zurückgedrängt werden soll."
Diskussion und Austausch im "World Café"

Weitere thematische Schwerpunkte des Treffens sind nach Angaben der Organisatoren die "Herausforderungen des Superwahljahrs 2009 und die Chancen und Grenzen bürgerlichen Engagements gegen Rechtsextremismus". Für den Austausch unter den Teinehmern wurde in Weimar ein sogenanntes "World-Café" mit Sitzecken eingerichtet, in dem die Teilnehmer ins Gespräch kommen sollen.
Sachsen will nachziehen

Mehrere politische Stiftungen unterstützen das Treffen, darunter die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die Rosa-Luxemburg-Stiftung der Linken und die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung. Thüringen ist MOBIT zufolge das erste ostdeutsche Bundesland, in dem die Vernetzung aller Bürgerbündnisse versucht werden soll. Im kommenden Jahr sei dies auch in Sachsen geplant. Die ersten Bürgerbündnisse gegen Rechtsextremismus im Freistaat gründeten sich im Jahr 2000.