Thüringische Landeszeitung vom 17.07.2007

Gefahr von Rechts: Reagieren und auch agieren

Erfurt. (tlz) Um die Gefahr von Rechts ging es bei der jüngsten Plenartagung des Seniorenbeirates. Beiratsvorsitzende Dr. Sareik betonte eingangs: "Die Öffentlichkeit ist beunruhigt über die Entwicklung der rechten Gruppierungen. Der Bürgertisch Demokratie berät über gemeinsames Vorgehen gegen Rechts und der Seniorenbeirat ist sich ebenfalls seiner Verantwortung bewusst und macht gefährliche Entwicklungen der rechten Szene deutlich."

Herr Schubert von Mobit (Mobile Beratung in Thüringen für Demokratie - gegen Rechtsextremismus) erläuterte die Strukturen. In Projekten mit Schülern und Jugendlichen klärt Mobit über Rechts auf und gibt auch Lehrern Ratschläge, die dazu dienen, rechte Gefahren zu erkennen und Schülern zu helfen, sich von solchen Kräften nicht einfangen zu lassen. Polizeidirektor Schum stellte die Organisationsformen der Rechten dar: Aktuellen Themen, die Menschen berühren, werden genutzt, um sie zu gewinnen, obwohl die Rechten keine Lösung haben oder solche anbieten, die Menschengruppen diskriminieren. Die Polizei kann Straftaten verfolgen, ihre Einsatzkräfte schulen und ist bemüht, ihre Aufgaben professionell zu erfüllen. Bürgermeisterin Thierbach zeigte auf, dass das Zusammenspiel aller Kräfte bei der Aufklärung der gefährlichen Auftritte der Rechten die Situation in Erfurt so gestalten wird, dass man Namen und Handlungen benennen kann. Sie erläuterte den Stadtratsbeschluss, der den Zugang zu Rathaus und Kleiner Synagoge für Rechts unmöglich macht. Die Politik darf nicht nur reagieren, sie muss gegen Rechts agieren.

"In Zukunft müssen alle, die den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit erlebt haben, ihre Kräfte einsetzen, um vor der Gefahr einer Wiederholung zu schützen", mahnte Vera Eberhardt, ehemalige Alterspräsidentin des Stadtrates.