Nächstes Mal dabei sein
Erfurt. (tlz) "Das
nächste Mal bin ich auch dabei" - wenn es darum geht, Strategien gegen
Rechtsextremismus im Sport zu entwickeln. Das hat Birgit Pelke öfter gehört,
seit am Sonnabend eine Weiterbildungsveranstaltung dieses Inhalts wegen der
Anwesenheit von Rechtsextremisten abgesagt wurde, seit der TLZ-Bericht erschien,
seit die Nachricht verbreitet wurde.
Und das gibt der Vorsitzenden des Stadtsportbundes Erfurt (SSB) und Vizepräsidentin
des Landtages Hoffnung, dass zu einer Neuauflage des Seminars mehr als 15 der
insgesamt 242 Erfurter Sportvereine Vertreter schicken werden. Vielleicht noch
im Oktober, spätestens aber Anfang November soll es diese Neuauflage geben,
darüber hat sich Pelke mit Erfurts Sportbeigeordneter Cornelia Nitzpon
verständigt. Beide wollen am Donnerstag oder Freitag, am Rande des Landtagsplenums,
zudem eine Gesprächsrunde organisieren.
Persönlich einladen
Mit der Polizei und ihren szenekundigen Beamten, mit dem Landessportbund, mit
Mobit (Mobile Beratung in Thüringen Für Demokratie - Gegen Rechtsextremismus),
mit dem Innenministerium soll beraten werden, wie künftig verhindert werden
kann, Neonazis unter den Teilnehmern solcher Veranstaltungen zu haben.
Dem stimmt auch die Antifaschistische Koordination Erfurt (AKE) zu, die am Sonnabend
das "Haus des Sportes" blockierte, um die Teilnahme der Erfurter Rechtsextremisten
am Seminar zu verhindern. Ihr Ausschluss sei nicht antidemokratisch, sagt AKE-Sprecherin
Lilo Klein: "Tolerieren anderer Meinungen bedeutet grundsätzlich,
diese zu dulden. Rechtsextreme sind jedoch Protagonisten einer menschenverachtenden
Ideologie, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Daher können
sie keine gleichberechtigten Partner in der politischen Auseinandersetzung mit
DemokratInnen sein."
Dass bei der nächsten Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im Sport
weit mehr DemokratInnen dabei sind, wollen die Organisatorinnen auch befördern.
"Wir werden mehr Werbung machen, neben den schriftlichen Einladungen auch
persönlich oder telefonisch auf die Menschen zugehen", so Pelke.