Thüringische Landeszeitung vom 08.10.2007

Nächstes Mal dabei sein

Erfurt. (tlz) "Das nächste Mal bin ich auch dabei" - wenn es darum geht, Strategien gegen Rechtsextremismus im Sport zu entwickeln. Das hat Birgit Pelke öfter gehört, seit am Sonnabend eine Weiterbildungsveranstaltung dieses Inhalts wegen der Anwesenheit von Rechtsextremisten abgesagt wurde, seit der TLZ-Bericht erschien, seit die Nachricht verbreitet wurde.
Und das gibt der Vorsitzenden des Stadtsportbundes Erfurt (SSB) und Vizepräsidentin des Landtages Hoffnung, dass zu einer Neuauflage des Seminars mehr als 15 der insgesamt 242 Erfurter Sportvereine Vertreter schicken werden. Vielleicht noch im Oktober, spätestens aber Anfang November soll es diese Neuauflage geben, darüber hat sich Pelke mit Erfurts Sportbeigeordneter Cornelia Nitzpon verständigt. Beide wollen am Donnerstag oder Freitag, am Rande des Landtagsplenums, zudem eine Gesprächsrunde organisieren.
Persönlich einladen
Mit der Polizei und ihren szenekundigen Beamten, mit dem Landessportbund, mit Mobit (Mobile Beratung in Thüringen Für Demokratie - Gegen Rechtsextremismus), mit dem Innenministerium soll beraten werden, wie künftig verhindert werden kann, Neonazis unter den Teilnehmern solcher Veranstaltungen zu haben.
Dem stimmt auch die Antifaschistische Koordination Erfurt (AKE) zu, die am Sonnabend das "Haus des Sportes" blockierte, um die Teilnahme der Erfurter Rechtsextremisten am Seminar zu verhindern. Ihr Ausschluss sei nicht antidemokratisch, sagt AKE-Sprecherin Lilo Klein: "Tolerieren anderer Meinungen bedeutet grundsätzlich, diese zu dulden. Rechtsextreme sind jedoch Protagonisten einer menschenverachtenden Ideologie, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Daher können sie keine gleichberechtigten Partner in der politischen Auseinandersetzung mit DemokratInnen sein."
Dass bei der nächsten Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus im Sport weit mehr DemokratInnen dabei sind, wollen die Organisatorinnen auch befördern. "Wir werden mehr Werbung machen, neben den schriftlichen Einladungen auch persönlich oder telefonisch auf die Menschen zugehen", so Pelke.