Thüringer Allgemeine vom 03.12.2007
Rechte Symbole werden subtiler
Das
Thema Rechtsextremismus bestimmte den politischen Stammtisch der SPD Freitagabend
in Heiligenstadt. Die Lokalpolitiker ließen sich von Mobit-Mitarbeiterin
Katja Fiebinger über die Situation in Thüringen aufklären. Mobit
steht für " Mobile Beratung in Thüringen für Demokratie -
gegen Rechtsextremismus".
HEILIGENSTADT (cb). "Fremdenhass muss aufhören! Null Toleranz für Nazis". Ihr Plakat machte deutlich, was sich die Mitglieder des Heiligenstädter SPD-Ortsvereins auf die Fahnen geschrieben haben. Eingeladen zum politischen Stammtisch waren Parteimitglieder und Freunde, um sich über Rechtsextremismus, über Symbole und Codes neonazistischer und extrem rechter Gruppen zu informieren. Referentin war Mobit-Mitarbeiterin Katja Fiebiger. Erstaunt war die Pädagogin über das große Interesse an einem Freitagabend. Sie wolle keine Angst schüren, sondern informieren, unterstrich sie. Ihrer Meinung nach reichten Bürgerforderungen, der Staat müsse etwas tun, nicht aus, denn der Staat seien alle Bürger. Während die Fremdenfeindlichkeit im Osten Deutschland höher sei, treffe dies im westlichen Deutschland auf den Antisemitismus zu, erläuterte sie. Der Ausländeranteil in Thüringen beträgt knapp 2 Prozent; jedoch meinen 54 Prozent aller befragten Thüringer, der Freistaat sei mit Ausländern übervölkert. Rechtsextremismus präsentiere sich nicht allein jung und männlich - eine hohe Zustimmungsrate herrsche bei den über Sechzigjährigen. Von einem ästhetischen Wandel in der Neonazi-Szene sprach die Referentin: weg vom Bomberjacken- und Springerstiefel-Image. Manche Symbole seien im Gegensatz zum Hakenkreuz für ungeschulte Augen nicht sofort zu erkennen: Zahlenkombinationen, Autokennzeichen, Autoaufkleber, bestimmte Bekleidungsmarken, der Schlüsselanhänger mit der Reichskriegsflagge.