AP vom 09.09.2007

Mehr als 3.000 Menschen protestierten gegen Neonazi-Treffen in Jena

Jena (AP) Mehr als 3.000 Menschen haben am Wochenende in Jena überwiegend friedlich gegen ein Treffen von rund 1.500 Neonazis protestiert. Nach Polizeiangaben wurden insgesamt zwölf Rechtsextremisten vorübergehend in Gewahrsam genommen, unter anderem, weil sie verbotene Nazi-Symbole trugen. Im linken Spektrum gab es 14 Ingewahrsamnahmen, unter anderen wegen Widerstands gegen Polizisten. Es habe «kleinere Rangeleien» gegeben, sagte ein Polizeisprecher.

Die NPD hielt hier Treffen auf einem durch Bauzäune abgetrennten Parkplatz in der Nähe des Zentrums ab, während auf einem davon etwas entfernten Gelände die Bürger der Stadt Jena mit Transparenten wie «Kein Raum für Nazis» dagegen ihren lautstarken, aber friedlichen Protest äußerten, wie ein Polizeisprecher erklärte. Ein Verbotsantrag der Stadt gegen das von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr vorgesehene Neonazi-Treffen war vor dem Verwaltungsgericht gescheitert.

Der innenpolitische Sprecher der Linken im Thüringer Landtag, Roland Hahnemann, bezeichnete die rechtsextremistische Großveranstaltung als eines der wichtigsten Vernetzungstreffen der europäischen Neonaziszene. Die Landessprecherin der Thüringer Grünen, Astrid Rothe-Beinlich, sagte, das rechtsextremistische Lager habe sich in Thüringen in den vergangenen Jahren extrem konsolidiert. «Gerade deshalb sehen wir es als zwingend notwendig an, immer wieder gegen Rechts und für die Demokratie zu demonstrieren, sagte sie.

Im nordrhein-westfälischen Bocholt protestierten knapp 1.700 Menschen gegen einen Aufmarsch der NPD. Die Demonstrationen verliefen überwiegend friedlich, wie die Polizei mitteilte.